Eine gelungene Rahmenhandlung rund um die Geschichte des WolkenClans.
Feuerstern, der junge Anführer des DonnerClans und gefeierte Held der ersten Staffel, ist zurück! In seinen Träumen sieht Feuerstern notleidende Katzen in einem nebelverhangenen Moor. Er erfährt, dass ihm die Ahnen eines früheren, fünften Wald-Clans erscheinen: des WolkenClans, der vor langer Zeit vertrieben wurde. Gemeinsam mit seiner Gefährtin Sandsturm macht Feuerstern sich auf den Weg zu dem Ort, an dem der WolkenClan zuletzt gelebt hatte, um den Clan wieder aufzubauen...Die Rahmenhandlung um den vertriebenen WolkenClan, den Feuerstern wiedererweckt, finde ich sehr gelungen. Der WolkenClan ist eine kreative Idee, die in späteren Bänden weiter aufgegriffen und weitergenutzt wird. Ich mag die Einblicke in den alten WolkenClan, die man durch den Prolog, Feuersterns Träume und Wolkes Erzählungen gewinnt. Allerdings ist es unrealistisch, dass a) das Hauskätzchen Wulle dieselben Träume hat und b) Wulle die Träume nicht schon früher hatte, sondern zufälligerweise genau jetzt. Dennoch kommt die Handlung am Anfang schnell in einen Fluss, wobei mir besonders der nahtlose Anschluss an das Ende von Staffel 1 gefällt. Dadurch werden auch die Lücken zwischen Staffel 1 und 2, wie z.B. Glanzfells Tod und Langschweifs Erblindung, gut geschlossen. Feuersterns Reise zum Zuhause des alten WolkenClans ist spannend und ereignisreich geschrieben. Im Gegensatz zu manchen anderen Reise-Schilderungen erscheint sie nicht eintönig. Bei Feuersterns Ankunft in der Schlucht gerät die Handlung jedoch etwas ins Stocken, da sehr zeitgetreu geschildert wird, wie lange Feuerstern benötigt, um die ersten Mitglieder anzuwerben. Es kommen zu viele normale Jagd- und Patrouilleszenen vor. Spannend wird es erst wieder, als mehr neue Mitglieder dem WolkenClan beitreten, unter anderem Scharfkralle und Kleinbart. Die Spannungskurve ebbt jedoch wieder ab, denn der wahre Feind kommt erst ziemlich am Ende.Besonders gut gefällt mir jedoch, wie die Katzen des neuen WolkenClans Stück für Stück zusammenwachsen, einander vertrauen und ihre erste gemeinsame Schlacht zusammen kämpfen. Obwohl Feuerstern den Anführer der Ratten letztendlich tötet, ist der Kampf gegen die Ratten für die Unabhängigkeit der WolkenClan-Katzen sehr wichtig, da sie lernen, eigene Lösungen und Strategien zu entwickeln. Ein weiterer Pluspunkt geht an das Happy-End für alle Katzen des neuen und des alten WolkenClans.Selbstverständlich mag ich Feuerstern als Charakter, da er mutig, selbstlos und klug ist, aber auch, weil er moralisch richtig handelt. Entgegen den Willen des SternenClans entschließt er sich, das alte Unrecht wiedergutzumachen. Gleichzeitig finde ich es süß, wie unsicher er sich in seiner Beziehung mit Sandsturm verhält und manchmal das Offensichtliche nicht bemerkt. Dass er auch nicht in allem super ist, macht ihn für mich sehr sympathisch. Neben dem Hauptcharakter gefallen mir auch einige WolkenClan-Mitglieder, besonders Wolkenjäger und Kleinbart. Wolkenjäger ist ein ehrenvoller Kater, der schließlich doch noch seinen Traum in Erfüllung gehen sieht. Kleinbart ist tapfer und bemüht und daher finde ich es keineswegs feige, dass er sich später dazu entschließt, wieder als Hauskätzchen zu leben. Seine Entscheidung ist ehrlich und durchdacht.Und zu guter Letzt: Ich finde etliche von den WolkenClan-Namen superschön, z.B. Echoklang und Blütenduft. Das Special Adventure ist vielleicht nicht der beste Band der Warrior Cats - Reihe, aber eine nette Idee und ein Muss für alle Feuerstern-Fans.