Eine schöne und bewegende Liebesgeschichte, die sich sehr feinfühlig mit ernsten Themen auseinandersetzt.
Inhalt:Eines Tages taucht Katie mit nichts als einem einzigen Koffer in dem kleinen Städtchen Southport auf. Der alleinerziehende Vater Alex fühlt sich schnell zu der geheimnisvollen und etwas verschlossen wirkenden Fremden hingezogen und je besser er Katie kennenlernt, desto mehr verliebt er sich in sie. Allerdings bemerkt Alex auch, dass etwas Katie erheblich belastet und es scheint ganz so als sei sie vor etwas davongelaufen. Als Katie dann unerwartet von ihrer bedrohlichen Vergangenheit eingeholt wird steht für sie alles auf dem Spiel...Die Vergangenheit war immer da und konnte sie jederzeit einholen. Die Vergangenheit suchte überall auf der Welt nach ihr und wurde mit jedem Tag wütender. Das wusste Katie. (S. 15/16)Meine Meinung:Das Buch bietet einerseits herzerwärmende, romantische und hoffnungsvolle Momente, aber zugleich gibt es auch ziemlich dramatische und zutiefst traurige Stellen. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt wird folgen auf die bedrückenden vergangenen Geschehnisse meist wenig später positive und hoffnungsvolle Szenen in der Gegenwart, die die Stimmung wieder "auflockern". Diese Mischung finde ich sehr gelungen.In der Gegenwart erlebt man wie Katie sich Schritt für Schritt ein neues Leben aufbaut und ihr Lachen und ihre Lebensfreude langsam zurückkommen. Es ist richtig schön und rührend inwieweit Alex ihr dabei eine große Hilfe ist. Alex ist ein wirklich lieber Kerl und sehr empathisch. Er ist geduldig und gibt Katie die Zeit die sie braucht und drängt sie zu nichts. Auf unaufdringliche und charmante Weise bemüht er sich darum Katies Vertrauen zu gewinnen. Die beiden geben sich gegenseitig Halt, denn auch Alex hat es in den letzten Jahren nicht leichtgehabt: Er hat seine Frau verloren und das ist für ihn und seine beiden Kinder unglaublich schwer gewesen. Alex und Katie beginnen Gefühle füreinander zu entwickeln und man wünscht es ihnen sehr, dass sie eine gemeinsame Zukunft haben werden. Es ist auch sehr schön wie Katie von Alex' Kindern Josh und Kristen ins Herz geschlossen wird.Das in der Vergangenheit Vorgefallene ist absolut erschütternd, denn das Thema häusliche Gewalt wird sehr schonungslos und eindringlich geschildert. Man empfindet sehr viel Mitgefühl für Katie, denn sie ist eine so liebeswerte und sympathische Person, dass es einem sehr betroffen macht wie sie vollkommen unverschuldet in eine schreckliche Lage gerät: Nach der Hochzeit wird Katies Ehemann Kevin ihr gegenüber gewalttätig. Was sie zunächst für einen einmaligen "Ausrutscher" hält wiederholt sich im weiteren Verlauf mit erschreckender Regelmäßigkeit, obgleich Kevin sich immer wieder dafür entschuldigt und Besserung verspricht. Neben Hämatomen trägt Katie schließlich sogar Knochenbrüche davon, aber meistens versteht sich Kevin darauf dafür zu sorgen, dass keine derart auffallenden und für Dritte zu bemerkenden Beweise seiner Gewaltausbrüche zurückbleiben. Dabei redet Kevin ihr immer wieder ein, dass Katie selbst für seine Gewaltausbrüche die Schuld trägt, weil sie ihm durch ihr wiederholtes Fehlverhalten keine andere Wahl lässt. Das beginnt Katie schließlich sogar zu glauben, denn Kevin versteht es sie emotional und psychisch zu manipulieren. Es wird sehr eindringlich beschrieben wie Katie durch Kevin von anderen Menschen isoliert wird, wie engmaschig er sie überwacht, sie kontrolliert und von ihm abhängig macht. Dabei geht Kevin erschreckend einfallsreich und perfide vor. Obwohl für Katie das Leben zur Hölle wird sieht sie lange Zeit keinen Ausweg, denn Kevin ist zu allem Überfluss auch noch Polizist. Deshalb muss sie befürchten, dass ihr selbst eine Anzeige bei der Polizei nicht weiterhelfen würde und stattdessen nichts als neuen Ärger bedeuten würde. Es ist beruhigend und tröstlich zu wissen, dass diese schlimmen Zeiten mittlerweile der Vergangenheit angehören, denn man weiß als Leser bereits, dass es Katie letztlich gelungen ist Kevin zu entkommen. Bald zeichnet sich jedoch ab, dass Kevin nicht bereit ist Katie einfach in Ruhe zu lassen. Kevin kommt ihr leider durch eine Verkettung ungünstiger Umstände auf die Spur und man muss als Leser tatenlos "mitansehen" wie das Unheil seinen Lauf nimmt. Als Katie sich noch in Sicherheit wähnt ahnt man als Leser schon, dass es bald für sie gefährlich werden könnte. Kevin stürzt immer weiter ab und seine Wut auf Katie und seine Besessenheit davon sie zu bestrafen nehmen ein erschreckendes Ausmaß an.Am Ende des Buches kommt es zu einem mitreißenden, spannenden und dramatischen Showdown. Im Anschluss daran bekommen die liebgewonnenen Charaktere im Anschluss daran ein Happy End und das hat mich sehr gefreut.Warum reicht es aus meiner Sicht dennoch nicht für 5 Bewertungssterne?:Mir haben bei Katie und Alex ein wenig die charakterlichen Ecken und Kanten gefehlt. Außerdem war mir die Liebesgeschichte zwischen den beiden etwas zu perfekt. Für mein Empfinden war zu schnell von der großen Liebe die Rede.Außerdem war mir der Nebenhandlungsstrang rund um Katies Nachbarin und Freundin Jo etwas zu rührselig, kitschig undübernatürlich. Es stellt sich nämlich heraus, dass Jogar keine reale Person ist, sondern der Geist von Alex' verstorbener Frau.Hinzu kommt, dass Katie dann auch noch einen Briefvon Alex' verstorbener Frau erhält, den diese für die zukünftige Frau an der Seite ihres Mannes hinterlassen hat. In diesem Brief gibt sie den beiden ihren Segen.Das war mir selbst für eine emotionaler und gefühlsbetonte Liebesgeschichte einfach etwas zu viel des Guten. Fazit:Es handelt sich um eine romantische und berührende, aber zugleich auch traurige und dramatische Geschichte, die ich insgesamt gerne gelesen habe. Man schließt Katie und auch Alex schnell ins Herz und nimmt Anteil an ihrem Leben. Das Thema häusliche Gewalt wird sehr eindringlich und schonungslos beschrieben, weshalb es einem sehr nahegeht. Als sich abzeichnet, dass Katie von ihrer Vergangenheit eingeholt zu werden droht, kommt Spannung auf und man möchte wissen wie alles für die liebgewonnenen Charaktere ausgeht.Allerdings habe ich auch einen Kritikpunkt: Die Liebesgeschichte zwischen Katie und Alex war mit fast schon zu perfekt und das, was man über Jo erfährt ist mir dann doch etwas zu überdramatisch und kitschig vorgekommen.Die Verfilmung dieses Buches unter dem Titel "Safe Haven"ist übrigens auch empfehlenswert.Zum Schluss noch die schönsten Zitate aus dem Buch:"Man erzählt den größten Teil einer Geschichte... aber der Teil, den man weglässt, ist oft der wichtigste. Das weiß ich aus Erfahrung. Die Menschen verbergen die Wahrheit, weil sie Angst haben." (S. 93)"Klar, ich habe keine Ahnung von den Einzelheiten in Ihrer Vergangenheit. Aber ich weiß nicht, ob die so wichtig sind. Es sei denn, Sie wollen mir davon erzählen. Jeder Mensch hat eine Vergangenheit, aber die ist - na ja, vergangen. Man kann daraus etwas lernen, aber ändern kann man sie nicht mehr. Außerdem kenne ich die Person von früher ja gar nicht. Die Frau, mit der ich hier sitze, ist auch die Frau, die ich noch näherkennenlernen möchte." (S. 167)"Ich weiß nicht, ob es auf der Welt irgendjemanden gibt, der genau das Leben führt, das er sich ausgemalt hat. Wir können nur versuchen, das Beste daraus zu machen. Auch wenn einem das manchmal völlig unmöglich vorkommt." (S. 280/281)