Völlig anders, als Cover und Titel vermuten lassen
Nachdem das Cover wie Titel einen romantischen, vielleicht auch explizit-erotischen Historienschinken vermuten ließen, überraschte mich dieser Roman dann doch sehr, zumindest in den ersten 2/3 (ab da wurde es in der Tat etwas seichter). Sowohl in Sprache (leicht eigenwilliger, für mein Gefühl guter Stil) als auch in Inhalt (die Story-zentrale Zweckehe ist tatsächlich eine und bleibt es über weite Strecken des Romanes auch, wir bewegen uns zeitlich gesehen nicht im weit entfernten Mittelalter, sondern mit den 30er und 40er Jahren des 19.Jahrhunderts im Beginn der Moderne mit Eisenbahnbau und Forschungsreisen, inhaltlich prägend sind statt der Ehebeziehung die Lebensumstände jener Zeit und die vielen Geheimnisse/Rätsel, die die Beteiligten mit sich tragen) war der Roman ganz anders, als gedacht. Eine weitgehend positive Überraschung, der intelligente, wenn auch bisweilen etwas konstruierte Plot hat mir gefallen. Ein Sternchen Abzug gibt es der allzu gutmenschichen und weißwestischen Protagonisten wegen. Derart moralisch sich immer stets im Richtigen bewegenden Charakteren fehlt für mein Gefühl einfach die Tiefe und Lebendigkeit, die es mir als Leserin ermöglicht, mit ihnen mitzuleben und zu -leiden.