Wurzelstark und flügelleicht" von Susanne Mierau hat mich beim Lesen immer wieder innehalten lassen. Es ist für mich kein Ratgeber, den man einfach schnell durchliest und dann zur Seite legt, sondern eher einer, zu dem ich immer wieder zurückgekommen bin. Ich habe viele Abschnitte bewusst langsamer gelesen oder auch nochmal überdacht, weil so viel davon im eigenen Alltag wieder auftaucht. Für mich ist es wirklich ein rundum gelungener Ratgeber, der viele Bereiche des Familienlebens abdeckt.Was ich besonders mochte: der Ton des Buches. Es ist unglaublich einfühlsam geschrieben, aber gleichzeitig so nah am echten Leben. Ich habe mich in vielen Situationen wiedergefunden, gerade in diesen kleinen, manchmal anstrengenden Momenten, in denen man unsicher ist oder sich fragt, ob man gerade "richtig" handelt. Beim Lesen hatte ich oft dieses beruhigende Gefühl von: Okay, das geht nicht nur mir so.Der Gedanke, Kindern sowohl Wurzeln als auch Flügel zu geben, ist mir besonders im Kopf geblieben. Also ihnen Sicherheit zu geben, aber sie gleichzeitig auch losgehen zu lassen. Das klingt so selbstverständlich, aber im Alltag ist genau das oft gar nicht so leicht und das Buch hilft dabei, das besser zu verstehen und einzuordnen.Ich fand es auch total angenehm, dass es hier nicht um Perfektion geht. Es gibt keine starren Regeln oder dieses Gefühl von "so musst du es machen". Stattdessen viele Impulse, bei denen ich für mich schauen konnte, was wirklich zu uns passt. Das hat mir persönlich viel Druck genommen.Ja, manches wiederholt sich ein wenig oder ist eher ruhig und reflektierend geschrieben, aber genau das hat für mich auch den Charakter des Buches ausgemacht. Es ist eben kein klassischer Ratgeber, sondern eher etwas, das einen begleitet.Was ich außerdem richtig stark fand, wie fundiert das Ganze ist. Man merkt einfach, dass unglaublich viele gute Quellen eingeflossen sind. Das gibt dem Buch nochmal eine ganz andere Tiefe und macht es für mich umso glaubwürdiger.Fazit: Für mich ein sehr ehrliches, warmherziges Buch, das nicht belehrt, sondern begleitet. Es hat mir an vielen Stellen ein gutes Gefühl gegeben und mich darin bestärkt, meinen eigenen Weg zu gehen, mit mehr Vertrauen, weniger Druck und ganz viel Verständnis.