Das Buch könnte meiner Erwartungen leider nicht erfüllen. Dabei hatte es so vielversprechend angefangen. Zunächst einmal muss ich sagen, dass das Buch einfach wunderschön ist. Das Cover verspricht ein düsteres Abenteuer und macht Lust zu dem Buch zu greifen, es fallen Begriffe wie "Eine magische Locked-Room-Mystery mit unvorhersehbaren Twists und einer herzzerreißenden Slow-Burn-Liebesgeschichte". Auch der Farbschnitt ist ein Träumchen.
Doch leider konnte die Geschichte da nicht mithalten. Im Grunde geht es um Ruby und Wren, die einen zunächst vielleicht moralisch verwerflichen, ansonsten recht einfachen Job annehmen. Sie sollen sich als die Enkelinnen von Mrs Blackgate ausgeben und an einem Abend auf Hegemony Manor, einen stattlichen Herrenhaus, teilnehmen. Doch das opulente Dinner endet schlagartig, als die Gastgeberin zusammenbricht. Ihr wütender Geist verhängt einen Fluch. Die anwesenden Gäste haben 3 Tage Zeit, den Mörder zu überführen und 4 magische Gegenstände zu finden. Schnell merken Ruby und ihre Schwester: sie sind Mitten in einem Hexenkessel gelandet. Und da die "richtigen" Schwestern offensichtlich auch Hexen sein müssen, müssen die Zwei aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn gerade der charmante Auden kann sich noch gut an die Blackgates von damals erinnern.
So meine Zusammenfassung. Ich habe also cluedomäßige Detektivarbeit erwartet und das prickeln von Magie und großen Gefühlen. Doch leider hatte die Geschichte zu viele Schwachstellen für mich. Zum einen sind da Ruby und Wren. Also, ich sage jetzt Mal folgendes:"würde ich an einer großen Tafel sitzen und die Gastgeberin stirbt vor meinen Augen und um mich herum sind Hexen und ein finsterer Fluch wird in Gang gesetzt... Ich würde durchdrehen, wegrennen oder einfach irgendwas tun. Die Beiden nehmen es komplett gelassen! Auch als Auden eine Verletzung (die bis auf die Knochen reicht!) vor ihren Augen heilt, sind sie dankbar und vielleicht ein bisschen verliebt. Das könnte ich nicht nachvollziehen. Und das Locked-Room-Mystery-Feeling kam bei mir einfach nicht auf. Besonders störend empfand ich den Humor in der Geschichte - sehr Slapstickhaft, ich habe nur darauf gewartet, dass der oder die Täter*in am Ende von einem Klavier, das aus einem der oberen Stockwerken fällt, erschlagen wird. Außerdem hat es, meiner Meinung nach, einige Logikfehler und auch das Ende hat mich nicht überzeugt. Genauer möchte ich das aber hier nicht ausführen um nicht zu spoilern. Und das "Slow-Burn" war eher ein "Why-und-Where-Burn. Die Liebesgeschichte war für mich erzwungen und hat nicht wirklich zur Handlung beigetragen.
Das war alles wirklich sehr schade, da sich, wie gesagt, der Klappentext so gut angehört hatte, ich wollte es wirklich mögen... Um abschließend etwas positives zu sagen: Das Buch macht sich sehr schön im Regal.