Der Titel von P. Douglas Punk 57 hat für mich viel Platz für Interpretation gelassen und niemals wäre ich auf die dahinterstehende Geschichte gekommen. Nachdem ich das Buch, bereits 3 Mal, gelesen habe, sehe ich Titel als auch Cover in anderem Licht.
Punk als Lebens oder künstlerischer Stil vermittelt für mich etwas freigeistiges und antiautoritäres. Jemand der nach seinen eigenen Regeln lebt. Da Cover ist sehr bunt gehalten, der Titel knallig pink.
Misha und Ryen, die beiden Protagonistinnen, könnten an sich nicht unterschiedlicher sein. Beim Lesen wechselt man zwischen Ryens und Mishas Perspektive, wobei Ryen den überwiegenden Anteil der Erzählperspektive innehat.
Mit Ryen als Charakter habe ich mich anfangs schwer getan, habe ich doch eher einen klassischen Romancecharakter erwarte, das liebe schüchterne Mädchen von nebenan, das durch den Prinz so richtig aufblüht. Ryen ist vieles, aber genau das nicht. Sie ist oberflächlich, gemein, eine Mobberin. Sie drangsaliert ihre Mitschüler und ist kein besonders guter Mensch. Misha hingegen muss man einfach verfallen, er ist verschlossen, tiefgründig, setzt sich ganz bewusst für andere ein und nimmt Schwache in Schutz. Kein Wunder also, dass es zwischen den beiden ordentlich knallt. Nach und nach blickt man hinter die Fassaden der beiden und erkennt wie Ryen zu dem Menschen geworden ist und wie sehr sie selbst darunter leidet. Auch Mishas Geheimnis kommt man näher.
Schließlich entdecken die Beiden, dass sie die Welt füreinander bedeuten.
Punk 57 war mein erstes Buch von Penelope Douglas und auch wenn Ryen es mir wirklich schwer gemacht hat sie zu mögen und ich sie manchmal einfach nur schütteln wollte, so habe ich mich Hals über Kopf in diese Geschichte verliebt. Die Entwicklung von Ryen ist toll, wie sie es schließlich schafft sich selbst zu reflektieren und sich zu dem Mädchen entwickelt, dass sie schon immer sein wollte, weil sie es Angst ihre Angst vor dem unbeliebt sein zu überwinden. Misha schafft es mit dem Tod seiner Schwester umzugehen und wieder anzufangen zu leben. Es ist so schön zu lesen, wie er sich im Verlauf wieder Gefühle und Glücklichsein erlaubt.