Ok
Ich muss sagen: Im Vergleich zu dem, was ich sonst so lese, war Der Schein eine ganz willkommene Abwechslung. Ich hätte vielleicht sogar vier Sterne vergeben, wenn ich das Buch in einem Rutsch gelesen hätte. Da es gerade einmal 200 Seiten umfasst, hätte sich das auch angeboten. Ich habe es allerdings auf drei Tage verteilt gelesen. Vielleicht hat sich deshalb die Spannung nicht so aufgebaut, wie sie es normalerweise getan hätte. Außerdem bin ich nicht der größte Fan von Horrorgeschichten.Trotz allem bin ich einer gelungenen Abwechslung nie abgeneigt, und das gelingt diesem Buch meiner Meinung nach ganz gut. Wir begleiten eine Hauptprotagonistin, die Schriftstellerin und zugleich eine Art Medium ist. Sie wird von Freunden auf einen ominösen Berg eingeladen, der verflucht sein soll. Der Legende nach hat der Berg die Macht, Menschen ins Verderben und letztlich in den Tod zu treiben, wenn sie ihm gegenüber nicht den nötigen Respekt zeigen.Sie wird von vier Bekannten eingeladen, und nachdem sie vom Berg zurückgekehrt sind, bemerkt sie an ihnen völlig neue Verhaltensweisen. Auch an sich selbst stellt sie fest, dass die Ereignisse auf dem Berg und dessen Einfluss sie bis nach Hause verfolgen.Da ich sonst zu viel spoilern würde, verrate ich an dieser Stelle nicht mehr. Man muss allerdings auch sagen, dass darüber hinaus nicht allzu viel passiert. Das Buch hat für mich keine tiefere Botschaft. Es ist vielmehr ein solider Schocker - eine gute Alternative zu einem Horrorfilm am Abend.Ich würde das Buch auf jeden Fall Liebhabern dieses Genres empfehlen. Aber auch Leserinnen und Lesern, die den Schreibstil ostasiatischer Autorinnen und Autoren mögen und einfach Lust haben, etwas anderes zu lesen: etwas Leichtes, gut Wegzulesendes, das trotzdem spannend ist und auf seine ganz eigene Art mitreißt.