Spannend und emotional, aber für mich nicht ganz rund.
¿ 3,5 von 5¿Beyond His Reach¿ war mein erstes Buch von Mica Healand und die Geschichte hat mir an sich wirklich gut gefallen. Den Schreibstil mochte ich sehr. Das Buch ließ sich flüssig lesen und auch die Länge der Kapitel fand ich angenehm.Trotzdem hatte ich gerade im Mittelteil immer wieder das Gefühl, dass sich die Geschichte ziemlich zieht. Der Spice-Anteil war mir insgesamt zu hoch und einige Szenen empfand ich angesichts von Neomis Situation und ihrer Vorgeschichte als unangebracht und teilweise übertrieben. Sie hat Gewalt erfahren, befindet sich in einer extremen Situation und fürchtet um ihr Leben. Deshalb konnte ich manche Entwicklungen zwischen ihr und Connor nicht wirklich nachvollziehen und sie haben sich für mich in dieser Situation nicht immer stimmig angefühlt. Eine bestimmte Szene zwischen Neomi und Connor hat mich dabei besonders gestört. Gerade weil Connor von ihren Erfahrungen mit Gewalt weiß, empfand ich sein Verhalten in dieser Situation als unpassend und die Art, wie das Ganze anschließend romantisiert wurde, als schwierig. Generell hätte ich mir bei Neomis Geschichte und dem, was sie erlebt hat, deutlich mehr Tiefe gewünscht.Die letzten etwa 100 Seiten haben mir dann mit Abstand am besten gefallen. Hier nahm die Geschichte für mich richtig Fahrt auf, es wurde richtig spannend und auch die Plot Twists haben mir gut gefallen. Ab diesem Punkt wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.Wie erwartet, da es sich um den ersten Teil handelt, endet das Buch mit einem Cliffhanger. Und auch wenn für mich nicht alles funktioniert hat, bin ich definitiv neugierig, wie es weitergeht. Ich habe das Gefühl, dass der erste Band vieles erst einmal vorbereitet und der zweite vielleicht noch eine Schippe drauflegt. Lesen werde ich ihn auf jeden Fall, wahrscheinlich nur nicht direkt im Anschluss.Vor dem Lesen würde ich empfehlen, einen Blick auf die aufgeführten Triggerwarnungen zu werfen. Das Buch behandelt einige sensible Themen, bei denen es sicher gut ist, vorher zu wissen, was einen erwartet.Bei der Bewertung bin ich tatsächlich etwas hin und hergerissen. Über einen großen Teil des Buches wäre ich eher bei 3 Sternen gewesen, während ich die letzten etwa 100 Seiten mit 4 bis 4,5 Sternen bewerten würde. Da mich gerade das Ende noch einmal richtig abholen konnte und neugierig auf Band zwei gemacht hat, lande ich insgesamt bei 3,5 Sternen.Die Geschichte hatte für mich viel Potenzial und gerade zum Ende hin richtig starke Momente. Gleichzeitig hätte ich mir weniger Spice, mehr Tiefe und deutlich früher mehr Spannung gewünscht.