Der Roman richtet sich an jene Leser, die es gern ruhiger angehen lassen und die den Stil des Autors mögen.
Mats Strandberg fängt seinen neuen Roman "Die Muse" sehr gemächlich an. In meinen Augen tatsächlich deutlich zu langsam und zu langatmig. Strandbergs Auseinandersetzung mit dem Literaturbetrieb, Schreibschulen, kulturellen Eliten und der Frage, wer von wessen Erfahrungen profitiert, ist nicht nur teilweise vorhersehbar, sondern auch zu ausführlich ausgefallen.Die Hauptfigur in diesem Roman ist Hedda, die mehr oder weniger erfolglos als Autorin arbeitet. Es dauert eine Weile, bis sie zufällig ihren alten Freund David wiedertrifft, der sie zu Mittsommer auf das Familienanwesen einlädt, um dort in aller Abgeschiedenheit, ein neues Buch zu schreiben. Glücklicherweise ist die Villa Thamyris der angesehenen Künstlerfamilie genau der passende Ort. Zumindest anfänglich, denn nach und nach entwickelt sich eine sonderbare Atmosphäre. Allerdings finde ich, dass auch diese Entwicklung eher träge ist.Auch wenn eine Villa im Zentrum der Ereignisse steht, so handelt es sich nicht um einen klassischen Haus-Horror-Roman. In meinen Augen ist es sowieso eher ein Thriller mit mystischem Einschlag und weniger ein Horror-Roman im klassischen Sinne. Erst weit am Ende seines Romans schafft es der Autor, mich zu packen und mir die Geschichte zu erzählen, die ich von Anfang an von ihm erwartet hatte.Es muss ja nicht immer gleich in einem blutigen Horror-Schocker enden, aber zu langsam muss die Handlung nun auch nicht aufgebaut werden, zumal er diese Zeit nicht benötigt, um seine Figuren auszubauen, sondern um das "Drumherum" zu skizzieren. Das nimmt dem Roman seine Spannung. Denn Potential hatte die Geschichte, auch wenn die mystische Stimmung ein bisschen intensiver hätte ausfallen dürfen.Der Roman richtet sich also eher an jene Leser, die es gern ruhiger angehen lassen und die den Stil des Autors mögen. Wer einen spannungsgeladenen Horror-Thriller erwartet, wird eher enttäuscht werden.