unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Das durchdringende Schlagen einer Glocke unterbrach Mograin. Irritiert sah er zu den beiden Burgen hinauf, die sich hoch über der Stadt auf dem Felsplateau erhoben. Evelin schirmte ihre Augen gegen den grellen Himmel ab und folgte seinem Blick. Von der Rabenburg, ihrem Zuhause, waren nur zwei Turmspitzen zu sehen, die hinter der Königsburg hervorlugten.
Wir erinnern uns: Evelin ist eine Feder in der Gilde der roten Raben. Also, eine Auszubildende. Ihr Alltag besteht daraus, zusammen mit ihrem roten Raben Doraz, unter der Anleitung ihres Lehrers Mograine, Kranke und Verletzte zu heilen. Inzwischen ist sie deutlich fortgeschrittener. Ihr Alltag ist abwechslungsreich, aber auch körperlich, wie geistig sehr anstrengend und bisweilen sehr emotional fordernd, besonders wenn sie und die anderen Heiler zu einem Unglück in den Minen gerufen werden. Und daher ist Evelin froh, dass es in ihrem Leben noch Airril gibt. Ihren Mit-Lehrling und ihr Freund. Die beiden sind noch recht frisch verliebt und so ist es natürlich umso schöner, dass sie gemeinsam mitfahren dürfen, als die roten Raben zu einem besonderen Einsatz gerufen werden.
Im Inselreich Makeos ist eine seltsame Seuche ausgebrochen und die roten Raben sollen dabei helfen diese zu bekämpfen.
Aber, als Evelin auf der Fahrt nach Makeos von Rebellen entführt wird und dass sich vor Ort, im Insel-Königreich, so ziemlich alles anders gestaltet als gedacht, nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise mit Evelin und Airril.
Evelin muss sich aus der Hand der Rebellen befreien und kann Airill mit den anderen roten Raben zusammen erfolgreich die Seuche bekämpfen? Und wer hat es auch noch auf die Raben der Heiler abgesehen? Ist der Fürst der Inseln wirklich auf ihrer Seite? Und was sind seine tatsächlichen Absichten?
Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt als es jemand genau auf die Raben abgesehen hat und was will der Anführer der Rebellengruppe von Evelin? Denn Evelin sieht sich plötzlich mit dessen Avancen konfrontiert!
Red Raven Island von Luna McMullen ist ein schönes harmonisches Leseerlebnis für jüngere Leser und Leser die nicht so gerne spicy lesen. Die Geschichte ist fließend erzählt und liest sich schön von vorne nach hinten durch. Luna schreibt gewandt und mit viel Witz. Ein durch und durch gelungenes Buch, dass gemütlich vor sich hin plätschert und angenehm zum Ende hin Fahrt auf nimmt und Charaktere zum gern haben bietet.
Zwei Sachen haben mich persönlich jedoch gestört. Und dafür gibts einen halben Punkt Abzug in der gesamt Wertung. Bis zum Ende wurde mir nicht ganz klar, wogegen die Rebellen eigentlich genau rebellieren also außer einer persönlichen Kleinst-Fede mit dem Fürsten von Makeos. Und das zweite, der Fürst von Makeos kam mir persönlich immer wieder wie ein Rumpelstilzchen vor. Er war sehr weich gezeichnet, aber seine Ausbrüche waren immer wieder plötzlich und heftig. Leider blieben diese immer ohne viel Auswirkung. Viel Lärm um nichts könnte man sagen. Die Leute schienen ihn zu respektieren, oder sogar zu fürchten, aber warum, wurde nicht wirklich nachvollziehbar. Es blieb hier zumeist bei losen Beschreibungen und weichen Drohungen.
Ein Punkt der mir extrem positiv aufgefallen ist, war das Thema berührungsfreier Spice. Die Autorin verwendet hier einen Winkelzug, nämlich den des Blickwinkels der Protagonisten als Außenstehende um ein bisschen spicy Atmosphäre zu schaffen! Das finde ich persönlich extrem geschickt gelöst, da die FMC noch ziemlich jung ist und auch der MMC zur eher schüchternen Riege zählt!
Für dieses Cozy Buch, dass zum Träumen vom Urlaub in Griechenland, oder auf Malta einlädt, gibt es von mir 4.5 von 5 Sterne!
Eine ausdrückliche Leseempfehlung, für alle die ein unkompliziertes, schönes und gut geschriebenes Leseerlebnis möchten, zum eintauchen, wohlfühlen, mitreisen und mitfiebern.