Die Globalität des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts war in zentralen Orten verankert in den »Welthäfen« des Dampfzeitalters. Am Beispiel Hamburgs, dem zu dieser Zeit größten Hafen Europas, arbeitet Lasse Heerten die Bedeutung von Hafenstädten in den imperialen Zentren für die globalen Strukturen dieser vergangenen Globalität heraus. Sein Buch verfolgt Hamburgs Handel und Politik innerhalb ihrer globalen und planetarischen Verflechtungen, behandelt dazu Räume und Orte rund um den Globus aber blickt immer wieder tief in Stadt und Hafen hinein, um die Analyse lokal zu vertäuen. Es verortet die Hafenstadt innerhalb transimperialer Verflechtungen und arbeitet heraus, dass die Integration in diese Netzwerke die globale Expansion Hamburgs als imperial agierenden Stadtstaaten ermöglichte und dass auch die »Weltpolitik« des Deutschen Kaiserreich auf diesen Strukturen aufsattelte. Die Studie verbindet die Analyse Hamburgs zudem mit interdisziplinären Diskussionen über die Globalgeschichte des Kapitalismus sowie des Anthropozäns und zeigt, dass viele der ökonomischen und ökologischen Prozesse, die heute noch an der Elbe diskutiert werden, ihren Anfang im Dampfzeitalter nahmen.