1896 findet die Näherin Hildur in einem Stockholmer Hinterhof die Leiche einer jungen Frau. Tief berührt von ihrem Tod beginnt sie Fragen zu stellen und findet in Frederika, einer Nachbarin, in der wohlhabenden Witwe Olga und ihrem Dienstmädchen Edit Verbündete.
Die Autorin Katarina Wennstam hat sich sehr ausführlich mit der Geschichte Stockholms um die Jahrhundertwende 1900 beschäftigt. Sie erzählt abwechselnd aus der Sicht der vier Frauen unter welchen Bedingungen sie leben, welche Stellung sie in der Gesellschaft haben und welche Rechte sich davon ableiten. Obwohl sie Frauen aus unterschiedlichen, sozialen Schichten sind, ist ihnen doch eines gemeinsam, ihr Leben wird von Männern bestimmt. Ich habe den Mut dieser Frauen sehr bewundert, sich zur Wehr zu setzen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Für mich war es sehr interessant zu lesen, wieviel möglich ist, wenn man ein gemeinsames Ziel hat, nämlich ein Verbrechen aufzuklären. So stand natürlich der Kriminalfall im Mittelpunkt, die wenigen ermittlungstechnischen Möglichkeiten, die der Polizei zur Verfügung standen aber auch die Entwicklung neuer Techniken. Ich habe mich auf den 471 Seiten immer gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich manchmal schlucken musste, wenn die Ungerechtigkeiten aufgedeckt wurden. Tatsächlich freue ich mich jetzt schon die nachfolgenden Bücher zu lesen.