Nach dem ersten Band dieser Dilogie habe ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut. Ich mochte das Setting direkt zu Beginn mit der griechischen Mythologie und den Prüfungen, die die Gesegneten bestehen müssen. Umso interessanter fand ich die Entwicklungen am Ende des ersten Bandes und ich war sehr gespannt, wie es mit Kassandra weitergehen wird.
Kassandra mochte ich als Protagonistin im ersten Band sehr. Sie wirkte super stark und lies sich von niemandem, selbst den Göttern, nichts sagen. Ihren starken Willen und ihre Loyalität mochte ich sehr, vor allem, da ich das Gefühl hatte, dass sie trotz ihrer hitzigen Art auch den Durchblick behalten kann. Dieses Gefühl hat mir im Laufe des zweiten Bandes leider immer mehr gefehlt. Für mich war sie nicht mehr ganz die starke, unabhängige Frau des ersten Bandes. In diesem Buch hatte ich mehr das Gefühl, dass auch die Gespräche sehr dramatisiert wurden und sich teilweise auch wiederholten. Sie kam für mich etwas von ihrem eigentlichen Weg ab und verfolgte ihre Ziele nicht mehr so genau wie im ersten Band. Für mich hat sie im zweiten Teil irgendwie ihre Besonderheit etwas verloren und wurde für mich eher zu einer generischen Protagonistin, die auch aus einem anderen Fantasybuch stammen konnte. Ihre unverwechselbare Art und Sprüche habe ich hier mehr und mehr vermisst.
Auch die Geschichte an sich konnte mich nicht mehr so mitreißen wie die aus Band 1. Ab und zu kamen noch Wendungen, die ich nicht so sehr vorhergesehen habe, aber diese konnten mich auch nicht groß überraschen. Mir fehlte dieser Wow! Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet und das dreht die gesamte Geschichte.-Effekt. Oft konnte ich mir die Entwicklungen schon in etwa so denken, wie sie später eingetroffen sind und für mich verlor die Geschichte somit an Reiz und Spannung.
Insgesamt hatte ich mich wirklich auf die Fortsetzung dieser Reihe gefreut und auch auf Kassandra als Protagonistin. Leider kommt dieser Band für mich nicht an den ersten Teil heran. Die Geschichte konnte mich nicht mehr so fesseln wie zuvor und auch die Charaktere zogen mich nicht mehr so in ihren Bann, wie es bei Teil 1 der Fall war.