Mit diesem humorvollen Ratgeber zeigen die beiden Autorinnen, wie man aus dem Jammertal herauskommt. Sei es, wenn man sich selbst zu den größten Jammerlappen zählt oder wenn man umgekehrt von lauter Jammerern umgeben ist. Der Schreibstil ist locker und unkompliziert, oft musste ich beim Lesen schmunzeln, manchmal fühlte ich mich regelrecht ertappt. Das Buch regt an, sein Verhalten zu überdenken und Neues auszuprobieren.
Das Buch vermittelt, dass es nicht darum geht, zum Jammer-Abstinenzler zu werden, sondern die goldene Mitte zwischen Dauernörgeln und toxischer Positivität zu finden. Zumal Jammern ganz schön anstrengend sein kann und Energie verbraucht, die man doch eigentlich für schönere Dinge nutzen könnte. Wenn schon jammern, dann lösungsorientiert: Wie könnte man das Problem lösen bzw. wie kann man damit umgehen? Damit hat man höchstwahrscheinlich schon viel weniger Grund zum Jammern!
Sehr gut finde ich auch die Tipps zum Umgang mit den Dauernörgelnden, da es mir selbst oft nicht gelingt, hier Grenzen zu setzen, ohne das Gegenüber zu verärgern. Allerdings merke ich, dass der Umgang mit solchen Menschen mich ganz schön nervt und ermüdet. Ja, darüber könnte ich den ganzen Tag jammern ;-).
Auch ernstere Themen werden angesprochen, wie zum Beispiel das Thema Depression: Welche Signale könnten auf diese Erkrankung hindeuten? Wo kann man sich selbst Hilfe holen oder sich informieren, wenn Angehörige, Freunde oder Bekannte betroffen sind?
Den Faktencheck, wie es uns in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern wirklich geht, fand ich sehr interessant. In dem Buch gibt es außerdem immer wieder lustige Anekdoten, zum Beispiel zum Thema "Wettbewerbsjammern" - sprich: Wer ist am schlimmsten dran.
Eine locker-leichte Lektüre, die zum Nachdenken und Verändern des eigenen Verhaltens anregt, von daher jedem zu empfehlen, der das Jammern achtsamer betreiben möchte - nicht mehr, nicht weniger, sondern einfach besser!