
Wir wollen nicht nur kreativ sein, wir müssen es sein, und wir erwarten es von anderen.
Was ist so toll an TikTok? Warum starren Leute lieber auf ihre Handys, statt sich mit anderen zu unterhalten? Warum verdient Katy Perry so absurd viel Geld mit Singen? Sind Influencer eine Vergeudung von Raum und Lebenszeit? Aber auch: Warum verkauft sich die frühere Bundeshauptstadt ohne nennenswertes Nachtleben heute als Stadt der Freude? Warum hat (gefühlt) jede Stadt einen Kino-Sommer, einen Mittelalter-Markt und fünf Museen? Und warum beklatschen Eltern jede Strichzeichnung ihres Sprösslings?
Die Antwort auf all diese Fragen hat etwas mit Kreativität zu tun und damit, wie wir als Einzelner und als Gesellschaft mit ihr umgehen.
Dieses Buch basiert auf der Analyse gesellschaftlicher und individueller Kreativität des deutschen Soziologen Andreas Reckwitz. Es eröffnet Einsichten in das Doppelgesicht von kreativem Wunsch und Zwang, indem es zu den psychologischen, ökonomischen und sozialen Tiefenstrukturen unserer heutigen Gesellschaft hinabsteigt und die langen historischen Entwicklungen aufzeigt, als deren Ergebnis wir sind, wer wir sind.
Ein Buch für Genervte und Wissbegierige.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung. - Der Erklärungsansatz in Kürze. - Die Kunst wo es beginnt. - Die Psychologie wo es verinnerlicht wird. - Die Wirtschaft - wo es sich verbreitet. - Das Star-System wo es vorgeführt und bewundert wird. - Die Städte wo es zum Lebensgefühl wird. - Zusammenfassung. - Die Grenzen des Kreativitätsdispositivs. - Zum Schluss.
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