Die Hexen von Wild Hill von Kirsten Miller
Kirsten Miller ist eine US-amerikanische Autorin. Mit Die Hexen von Wild Hill legt sie eine augenzwinkernde, kämpferische Abrechnung mit dem Patriarchat vor, die sich wunderbar als Herbstlektüre für alle eignet, die es nicht zu gruselig haben wollen. Der Roman erzählt von mehreren Generationen von starken Frauen, die als Hexen verfolgt wurden und nun von einer Naturkraft, einer Art Naturgöttin, gelenkt werden. Ihr Auftrag: Rache an jenen Männern, die aus Profitgier die Natur zerstören.
Atmosphärisch überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Die Generationenperspektive gibt der Geschichte Tiefe, und die Frauen sind eigenständige, kraftvolle Figuren, die man sehr gern begleitet. Wer für die dunklere Jahreszeit eine unterhaltsame Lektüre mit einem Hauch Schauer sucht, ist hier genau richtig.
Die Grundidee ist mutig und bewusst überzeichnet, was nicht jedem Geschmack entsprechen muss. Mir war die Handlung stellenweise etwas zu schablonenhaft: Männer zerstören die Natur, die Frauen töten sie. Zwar gibt es auch eine böse Frau, doch die Sichtweise bleibt insgesamt recht einseitig, und der Mord ist stets das Mittel der Wahl. Wer sich daran nicht stört und die Lust an Wut und Rache teilt, wird noch mehr Freude an dem Buch haben.
Fazit: Atmosphärische, kurzweilige Herbstunterhaltung mit starken Frauen und einer klaren Botschaft. Für alle, die Hexen, Naturmagie und weibliche Power mögen, eine lohnende Lektüre.