Teddy kommt aus einer wohlhabenden Familie. Doch als dieser Wohlstand zu zerbrechen droht, verkauft ihr Onkel den Familienbesitz kurzerhand an Guy, der mit Teddys Tante verheiratet ist. Das alte Herrenhaus ist danach nicht wieder zu erkennen. Modernste Technik und ein Escape Room vom Feinsten, erwartet die Familie bei ihrem jährlichen Weihnachtsbesuch. Doch schneller, als Teddy lieb ist, gerät alles außer Kontrolle und Guy ist tot. Als wäre das nicht schon schlimm genug, sind sie auch noch von der Außenwelt abgeschnitten und der Mörder scheint mitten unter ihnen zu sein.
Dieses Buch vereint viele Dinge, die ich an Geschichten sehr gerne mag. Es ist cozy, es ist spannend, es ist weihnachtlich und hat zudem die Situation, dass alle mit dem - mutmaßlichen - Mörder gemeinsam an einem Ort festsitzen. Eine super Kombination, auf die ich mich schon sehr gefreut habe.
Nach dem Lesen kann ich sagen, dass ich das Buch wirklich richtig gut fand. Ich habe vielleicht ein paar kleinere Kritikpunkte, auf die ich gleich noch eingehen werde, aber ansonsten habe ich es sehr gerne gelesen. Es liest sich nämlich unheimlich schnell und gut. Der Schreibstil ist toll und die Geschichten sind flott geschrieben. Auf keiner Seite wusste ich, was mich erwarten würde.
Und dann kommt auch schon der cozy Faktor ins Spiel. Das alte Herrenhaus, das zugegebenermaßen auch etwas gruselig ist, das Kaminfeuer, der Schneefall und die weihnachtliche Stimmung, die trotz des Verbrechens irgendwie da ist, sind ein total stimmiges Gesamtbild. Gerade den Blick aus dem Fenster, Richtung Leuchtturm, durch den Schnee, konnte ich mir richtig gut vorstellen. Das hat alles so gemütlich gewirkt. Eigentlich total paradox, wenn man überlegt, dass es hier ja auch um einen Mord geht. Aber gerade diese Gegensätze machen das Buch noch besser.
Auch die weihnachtliche Stimmung kommt super rüber. Guy und ich haben zwar unterschiedliche Vorstellungen davon, was schöne Weihnachtsdeko ist, aber abgesehen davon, bekommt man hier einen richtig guten Weihnachtskrimi, inklusive einer heißen Tasse Kakao.
Die Situation, dass der Täter, das Opfer und alle anderen, gemeinsam an einem Ort festsitzen, man nicht weiß wer der Täter ist und es kein Entkommen gibt, ist natürlich nicht neu. Aber jedes einzelne Mal mag ich es, wenn ein Krimi dieses Szenario hat. Es bringt einfach nochmal eine andere Art von Spannung, einen gewissen Nervenkitzel mit sich. Und man fragt sich als Leser noch mehr, wie bei einem "normalen" Krimi, wer denn jetzt der Täter sein könnte. Auch hier ist das richtig gut gelungen.
Teddy mochte ich ebenfalls sehr gerne. Und auch die anderen Protagonisten waren gut gelungen und vielschichtig. Hier folgt aber dann auch mein Kritikpunkt. Es waren für mich einfach etwas zu viele Personen, die in der Geschichte vorkommen. Es gibt zwar zu Beginn ein Personenregister. Das ist aber auch nötig. Relativ häufig musste ich nach vorne Blättern um bspw. zu schauen, wer von den Frauen jetzt die Tante ist und wer die Architektin. Die vielen Protagonisten sorgen natürlich für Verwirrung und machen die Täterwahl noch deutlich schwieriger. Aber hier habe ich stellenweise definitiv den Überblick verloren, was ich etwas schade fand.
Die Geschichte ist auf jeden Fall bis zum Ende hin spannend und tatsächlich kam die Auflösung für mich auch durchaus überraschend. Denn natürlich habe ich meine Vermutungen angestellt. Lag damit aber nicht richtig, was ich ja bei Krimis & Thrillern immer sehr gut finde. Zwischendurch hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr packende Spannung gewünscht, was dann aber vermutlich auf Kosten der cozyness gegangen wäre.
Für mich ein richtig gutes Buch, das eine super Mischung bietet, spannend ist und mich mit der Auflösung am Ende zufrieden zurück gelassen hat.