Sybil, Anfang 70, lebt alleine in ihrem Haus an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Ihre Kinder sind erwachsen und selbst schon Eltern; von ihrem Mann ist sie seit mehr als 30 Jahren geschieden. Sie führt ein zurückgezogenes, geordnetes Leben. Ihre Leidenschaft ist es, Briefe zu schreiben. Hier kann sie sich klar ausdrücken und manchmal aufs Blatt bringen, wozu ihr die gesprochenen Worte fehlen.So nimmt der Roman die Leserschaft mit in die Korrespondenz der letzten 10 Jahre von Sybil. In den Briefen und E-Mails an ganz unterschiedliche Personen bildet sich mit der Zeit ein Porträt von ihr ab. Man lernt sie, ihre Gedanken und ihr Handeln immer besser kennen. Auch schafft sie es dank des niedergeschriebenen Wortes, alte Wunden zu heilen, sich zu versöhnen und ihr größtes Geheimnis preiszugeben.Die Briefeschreiberin ist ein ruhiges, leises Buch. Es hat nicht besonders viel abwechslungsreiche Handlung, ergibt zum Ende hin aber ein gelungenes Gesamtbild der Protagonistin Sybil. Die Briefe sind klug formuliert und machen Lust, selbst mal wieder mehr zu Stift und Papier zu greifen.Für mich persönlich war die Geschichte zu handlungsarm. Ich mag zwar sehr gerne leise, ruhige Bücher, aber hier hätte es für mich definitiv etwas mehr Abwechslung sein dürfen. Wenn man bedenkt, dass die Korrespondenz über 10 Jahre ging, ist nicht viel passiert.