Jia steht vor einer unmöglichen Aufgabe: Sie muss nicht nur den Hong-Clan vor den finsteren Kreaturen, die über ganz Korea herfallen, schützen, sondern auch einen Weg finden, Soras Schicksal rückgängig zu machen. Die Lösung führt sie ins 18. Jahrhundert: Die Monster stammen aus einem Gemälde des Malers Sin Yun-Bok. Jias muss Künstler und Kunstwerk finden und eliminieren, um ihre Zukunft zu retten. Als Mann verkleidet schleicht sie sich in die Kunstakademie doch die Mission wird nicht annähernd so einfach, wie sie sich das vorgestellt hat ...
Band 1 von »Prinzessin der Tausend Diebe« ist wirklich unfassbar fies geendet. Umso interessanter fand ich es, dass Band 2 mit Jia eine neue Perspektive und Protagonistin bekommt. Etwas ungewöhnlich, aber es funktioniert wenn man beide Bücher etwas getrennt voneinander betrachtet. Denn klar gibt es den übergreifenden Bogen und den Grund für Jias Reise in die Vergangenheit. Aber davon abgesehen ist diese Fortsetzung ziemlich losgelöst von Band 1, fast wie eine ganz eigenständige Geschichte.
Jia als Protagonistin war wunderbar. Im Vorgänger war sie noch sowas wie eine Antagonistin, hier ist sie mir mit ihrer wütenden und starken Art ziemlich ans Herz gewachsen. Vor allem ihre Entwicklung während des Buches war nachvollziehbar und toll mitzuerleben. Man kann auch heilen, ohne seine Power oder berechtigte Wut zu verlieren. Ein wundervoller Kontrast zu Jia war ihr eher ruhiger und sensibler, aber gleichzeitig amüsanter Love Interest. Ihn mochte ich von Anfang an sehr, er hatte sowas Schelmisches und Sanftes (und hier wiederhole ich mich irgendwie nur noch mit Adjektiven ähnlicher Bedeutung :D) an sich, das mich sehr angezogen hat.
Auch generell die Gruppe, die Jia mit den drei Kunststudenten bildet, war super, die vier bilden eine tolle Dynamik. Dazu die atmosphärischen Beschreibungen des alten Koreas, dem früheren Seoul, der Akademie und des Essens! Ich hab mich gut ins Setting hineinversetzt und dort auch sehr wohlgefühlt.
Die Handlung ist generell ruhiger als Band 1, aber sehr interessant. Und eigentlich war sie mir auch nicht zu ruhig, sondern genau passend bis sich am Ende dann vieles übereilt und überschlagen hat, und ich mir da das ganze doch etwas ausführlicher gewünscht hätte. Insgesamt blieben für mich ziemlich viele Punkte in Sachen Kreaturen, Ursprung der Monster, Reise durch die Zeit ungeklärt und vage, was mich bei einem Ende, das ich ansonsten total geliebt habe, etwas frustriert zurückgelassen hat.
Diese eine besondere Szene kurz vor Ende war trotzdem wundervoll und ich konnte generell die spannende Handlung und Jias Liebesgeschichte und ganz besonders ihre Reise zu mehr Selbstakzeptanz sehr genießen. Aber nach Zuschlagen des Buches blieb doch ein kleiner Tropfen Unzufriedenheit.
Nichtsdestotrotz empfehle ich diese Fantasy Dilogie sehr! Wer Lust auf koreanisches Setting mit starken Frauen und kurzweiligen Stories hat, ist hier richtig.
4-4,5 Sterne