Beeindruckend, herausragend. Mein Krimi-Favorit.
Schon die erste Trauerrede von Matilda ist ungewöhnlich, ehrlich und legt den Finger in die Wunde. Matilda möchte Gerechtigkeit für die Toten. Sie war Anwältin und steht jetzt für die Toten ein. Seit Kurzem zurück in Reuth, da ihre Oma gestorben ist. Will Sie wirklich hier bleiben? An diesem abgelgenen Ort?Jackie ist eine Rumtreiberin. Gerade mal 12 Jahre alt. Sie bringt den Stein ins Rollen. Denn die Kleine muss miterleben wie Oma Resi stirbt. Sie beauftragt Matilda die Trauerrede zu halten. Davon werden die beiden Schwestern der Toten überrascht. Wobei sich eine der Schwestern vehement dagegen wehrt.Matilda ist eine besondere Rednerin, denn Sie möchte alles über die Tote erfahren. Wie hat die Tote gelebt, was war Sie für ein Mensch. Stimmt etwas mit dem Tod nicht? Matilda und Jackie sind sich ähnlich. Kompromisslos, ehrlich, unabhängig. Es dauert, bis sie sich aneinander gewöhnen. Beide haben eine schwere Kindheit hinter sich. Sind Aussenseiter. Auf der Spurensuche lernen wir Verwandte, Freunde, Dorfbewohner der Toten kennen. Aber auch Einiges über das Privatleben von Matilda und Jackie.Mich hat das Buch so begeistert, kann es nicht in Worte fassen. Dieser sehr besondere Kriminalfall. Die Art der Recherche, die Protagonisten. Eine ruhige Spannung, die umso faszinierender ist. Was dabei ans Tageslicht kommt ist düster, ungeheuerlich. Die Auflösung am Ende ist überraschend. Aber absolut schlüssig und sehr zufriedenstellend. Das mit dem Fall verbundene Thema ist nicht einfach, regt sehr zum Nachdenken an und wird noch lange nachwirken.Mein Krimi-Highlight dieses Jahr! So besonders. Hierfür würde ich gerne 5 Sterne plus vergeben.