Meinung:
Erster Satz: Es war der 4. Juli und meine Mutter hatte uns verlassen.
Das Cover finde ich schlicht, aber schön. Es hat eine gewisse Eleganz, die zu der Schule passt, ansonsten ist nicht viel darauf zu sehen.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut und einfach zu lesen. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive und es gibt Kapitel aus Sicht von Xander und Emery, wodurch man beide Charaktere besser kennen lernt. Wie so oft bei den Büchern von Emma Scott kommen die Gefühle hier wirklich gut beim Leser an und man spürt den Schmerz und die Liebe von den Protagonisten.
Zu Beginn lernt man Xander kennen, auf Emery trifft. Sie sind noch Kinder und Xanders Mutter hat ihn erst verlassen. Sie unterhalten sich und dann sehen sie sich Jahre nicht mehr, bis Xander an die Schule von Emery wechselt und plötzlich sind da alte Gefühle und Vorwürfe.
Der Einstieg in das Buch hat mir gut gefallen. Man liest die erste Begegnung von Xander und Emery und kennt daher die Hintergründe, die wichtig sind für den Rest des Buches. Xanders Mutter hat ihn und seinen Vater verlassen und Emery muss das tun, was ihr reicher Vater von ihr will, doch als sie zusammen sind haben sie keine Sorgen und unterstützen sich gegenseitig. Die Idee, dass sie sich Briefe schreiben wollen fand ich dann auch sehr süß.
Emery fand ich gelungen als Charakter. Sie macht im Buch auch eine starke Entwicklung durch, denn zuerst ist sie das beliebte Mädchen und die brave Tochter und verhält sich so, wie es alle von ihr erwarten. Mit der Zeit ändert sich das und sie steht mehr für ihre eigenen Wünsche und Träume ein, das fand ich sehr stark von ihr. Bei Xander ist sie sowieso wie ausgewechselt und bei ihm hat sich ihre beste Seite gezeigt.
Xander ist ein Genie. Also wirklich, er hat schon Studienabschlüsse, will ans MIT und ist mit Sheldon Cooper zu vergleichen. Außerdem ist er sportlich, macht beim Ruderteam mit und versucht in der Schule seine sozialen Kompetenzen zu steigern, denn darin ist er nicht gut und er hat auch nichts besseres zu tun. Mit seinem Vater, der ebenfalls Wissenschaftler ist, hat er eine richtig schöne Beziehung, von den beiden habe ich wirklich gerne gelesen.
Die Geschichte beginnt, als Emery und Xander noch Kinder sind, wodurch man wirklich jedes Stadium ihrer Beziehung mitbekommt. Die Zeitsprünge fand ich dabei gut plaziert, man hatte nicht das Gefühl, dass zu viel ausgelassen wird oder man plötzlich keine Ahnung mehr hat, wieso irgendwas passiert ist, das hat die Autorin gut gemacht.
Auch die Themen, die in dem Buch behandelt werden, wurden für mich ausreichend besprochen. Einerseits haben wir Emery, die mit ihrem strengen Vater zu kämpfen hat und dann noch Xander, der mit dem Verlust seiner Mutter umgehen muss und dann auch noch allein mit seinem Vater ist, der erst kürzlich seinen Job verloren hat. Das sind die großen Themen, dann kommen natürlich noch Beziehungsprobleme dazu und auch noch kleiner Dramen in der Schule. Keines der Themen wurde nur angekrazt, besonders Xanders Leben fand ich sehr gut behandelt und sein Vater tat mir richtig leid. Es gab aber auch viele schöne Szenen mit ihm, da fällt mir gleich mal Weihnachten ein, wobei ich da nicht mehr sagen will.
Interessant fand ich auch, dass es hier um die Sportart Rudern geht. Das habe ich selten in Büchern gelesen und es nimmt hier einen doch recht großen Teil der Geschichte ein. Ich finds toll, dass Xander sich da so reinhängt und mitmacht und nicht nur ein Genie ist. Eine wirklich interessante Mischung.
Der Vater von Emery ist schrecklich, er manipuliert sie und verspricht ihr Liebe, wenn sie sich so verhält, wie er es will. Emery tat mir dabei richtig leid, weil sie natürlich seine Anerkennung und Liebe haben will und dafür vieles tut. Ich habe durchgehend gehofft, dass sie endlich die Stärke findet ihm die Stirn zu bieten. Ihren Bruder Jack mochte ich hingegen sehr gerne, er stellt sich offen gegen seinen Vater und rebelliert, versucht auch Emery Tipps zu geben und ihr zu helfen.
Xander und Emery bekommen natürlich auch eine Liebesgeschichte und diese ist eher langsam und entwickelt sich über längere Zeit, wobei ich das Tempo genau passend fand und die beiden auch sehr süß zusammen sind. Ihnen werden immer wieder Steine in den Weg gelegt und doch schaffen sie es immer irgendwie. Das meiste Drama entstand tatsächlich wegen anderen Personen und nicht wegen den beiden direkt, wobei ich das Drama tatsächlich sehr passend fand. Es war spannend zu lesen und düsterer als man es von so einem Buch erwarten würde. Dennoch konnte ich dabei gar nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich nicht wusste, wie es mit den beiden ausgeht.
Es gab noch einen wirklich schockierenden Moment, der dann das Traurige ins Buch gebracht hat. Da wird man als Leser nochmals extra zerstört und ich kann sagen, dass es viele andere traurige Momente in dem Buch gibt, aber dieser fast der Schlimmste für mich war. Stellt auch also auf viel Herzschmerz ein.
Das Ende selber fand ich dann sehr kitschig. Zuerst dachte ich noch, dass es super ist und dann kamen die letzten paar Seiten und das war mir persönlich einfach zu viel. Ich bin kein Fan von solchen kitschigen Enden, wenn die einfach nur glücklich zusammen sind reicht es mir schon.
Fazit:
Das war wieder ein richtig gutes Emma Scott Buch, wie man es von ihr gewohnt ist. Alle Charaktere und auch Nebencharaktere waren schön ausgearbeitet und man fühlt richtig mit ihnen mit. Für 5 Sterne hat es dann nicht ganz gereicht, weil sich manches recht oft wiederholt hat und das Ende für mich zu kitschig war, dennoch vergebe ich 4 Sterne.