Es ist wieder so weit, ich wage mich heraus und lese etwas abseits meines gewohnten Lesegeschmacks. Der Griff folgte zum Thriller, der eher jüngeren Zielgruppe bzw. der Protagonisten. Wir starten in der Bewerbungswoche in Oxford, wo Eva und George ihre Träume wahr werden lassen wollen.
Die Motivation an oberster Stelle, denn Eva will das Vermächtnis ihrer Mutter ehren.
Unterstützung bieten ihr nicht nur ihr Vater, ein erfolgreicher Inspektor, sondern auch ihr Freund George. Gemeinsam wollen sie die nächste Hürde des Bewerbungsverfahrens überstehen.
Nie hätte Eva erahnt, was sie wirklich erwartet. Ein Toter und so viele Verstrickungen, die es in sich haben. Spekulationen überschlagen sich und ihr Wille, die Wahrheit aufzudecken, unerlässlich.
Lest selbst, wagt euch in die düstere Seite, die Vorurteile und die viel zu privilegierten Bewerber. Die Unterschiede könnten nicht größer sein bei den 10 Bewerbern: Die einen mit goldenem Löffel geboren, die anderen mit Förderprogrammen oder auch aus staatlicher Schule.
Hier eigentlich mit der gleichen Chance starten, und uns trotzdem widerspiegelt, dass nicht jeder auf gleicher Ebene das Auswahlverfahren bestreitet.
Der Konkurrenzkampf und die Rivalität an erster Stelle, wo sich auch manche mit unfairen Mitteln nach vorne schlagen.
Gesteigert wird dies dann auch noch von dem schrecklichen Zwischenfall, Trauer, Wut und der gefährlichen Jagd nach der Wahrheit.
Definitiv eine tolle Mischung zum nervenaufreibenden und sehr packenden Lesevergnügen.
Ich habe es sehr genossen, habe die Wendepunkte bittersüß verfolgt, mich von den Persönlichkeiten einnehmen lassen und mich von der Jagd nach dem Schuldigen verstricken lassen.
Besonders hat es Eva angetan: Sie erstaunt mit ihrem Mut und ihrer Stärke, aber auch ihrer Intelligenz, Schlussfolgerungen und den Ansichten innerhalb ihrer Gemeinschaft People of Colour.
Themen, wie Sklaverei, Ausbeutung und die Ansicht, ob die Vergangenheit offen diskutiert werden soll, bestimmen einen wichtigen Punkt innerhalb des Buches und sollten kritisch verfolgt werden.
Seid gewiss, in vieler Hinsicht bringt uns dies zum Nachdenken und überrascht uns.
Als ich voller Emotionen mit Eva verstrickt war, konnte ich nicht jede ihrer Entscheidungen gutheißen.
Ich gestehe, oft überspannt es den Bogen innerhalb der Suche. Der Gedanke, dass Eva es durch die Position ihres Vaters, des Inspektors, besser hätte wissen müssen?
Der Lauf zur Gefahr meist offensichtlich und viel erschreckender als erhofft. Natürlich steigert dies auch die Spannung und kann zum Lesevergnügen beitragen .
Das Buch entpuppte sich als gute Wahl, hat mich begeistert und bittersüß im rasanten Verlauf eingenommen. Ich kann es jedem empfehlen, der auch mal etwas Düsteres mag, sich in Spekulationen und Schicksalsschläge verliert und von brutalen Methoden nicht abschrecken lässt. Versüßt wird dies vom Setting Oxford und der Kritik an der Gesellschaft, die oft zu privilegiert scheint.