Worum geht es in dem Buch?
Marissa Irvine lebt mit ihrem Mann Peter und ihrem vierjährigen Sohn Milo in einer wohlhabenden Siedlung in Dublin. Beide Eltern sind berufstätig, finanziell gut aufgestellt und führen ein scheinbar perfektes Leben. Doch von einem Tag auf den anderen gerät ihre Welt aus den Fugen: Milo verschwindet spurlos.
Eigentlich sollte er einen Spielenachmittag mit Jacob, dem Sohn von Jenny, verbringen. Als Marissa ihren Sohn abholen möchte, stellt sie jedoch fest, dass ihr eine falsche Adresse genannt wurde. Doch damit wird die Sache noch rätselhafter: Jenny hat Marissa überhaupt keine Nachricht geschickt, in der sie ein Treffen der beiden Jungen vereinbart hätte. Wer hat das Treffen also arrangiert? Und was ist mit Milo geschehen?
Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf, doch zunächst gibt es mehr Fragen als Antworten. Schnell gerät das Kindermädchen, das bei Marissa und Peter beschäftigt ist, unter Verdacht. Als es schließlich wieder auftaucht und seine Unschuld beteuert, richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine andere Person, nach der fieberhaft gesucht wird.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Neben Marissa und Jenny kommen auch andere Personen zu Wort. Dadurch erhält man nach und nach neue Einblicke in die Ereignisse und erfährt, dass hinter der scheinbar heilen Welt der Siedlung so manches Geheimnis verborgen liegt.
Meine Meinung:
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Durch die vielen Dialoge lässt sich die Geschichte flüssig lesen, und die unterschiedlichen Perspektiven sorgen dafür, dass man die Ereignisse immer wieder aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.
Es gibt ständig neue Erkenntnisse, Verdächtigungen und Vorurteile. Während Marissa und Peter mit ihrer Verzweiflung und der Ungewissheit über Milos Schicksal kämpfen, stehen ihnen nur wenige Menschen wirklich zur Seite. Jenny gehört zu den wenigen, die den Kontakt zu ihnen suchen. Gleichzeitig plagt sie das schlechte Gewissen, denn ihr eigenes Kindermädchen steht unter Verdacht, für Milos Verschwinden verantwortlich zu sein.
Immer wieder glaubt man, der Lösung ganz nah zu sein und dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Fall aufgeklärt wird. Doch dann kommt es erneut zu überraschenden Wendungen, die man geradezu atemlos verfolgt. Die Spannung bleibt dadurch bis zum Schluss erhalten, und man möchte unbedingt wissen, was tatsächlich geschehen ist.
Auch die Figuren haben mir gut gefallen. Sie wirken authentisch und nachvollziehbar, besonders Marissa konnte mich mit ihrer Verzweiflung und ihrem Wunsch, ihren Sohn wiederzufinden, überzeugen. Aber auch Jenny fand ich glaubwürdig dargestellt.
Insgesamt ist Alles ihre Schuld ein spannender und unterhaltsamer Roman, der zeigt, dass hinter einer scheinbar perfekten Fassade vieles verborgen sein kann. Wer Geschichten mit undurchsichtigen Figuren, falschen Verdächtigungen und überraschenden Wendungen mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen.
Ich vergebe vier von fünf Sternen.