Schon das Cover des Kriminalromans verweist auf Pirmasens, eine Stadt, bekannt für ihre Schuhmacherkunst, aber auch für eine Jahrzehnte zurückliegende Entführungsserie. In den 60er Jahren sind dort Kinder spurlos verschwunden. In diese Stadt kehrt die Journalistin Toni zurück, da sie sich nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters nun um ihr Elternhaus kümmern muss. Beim Ausmisten fällt ihr ein Brief in die Hand, von ihrem Vater an sie addressiert, jedoch nicht zu einem Ende gebracht. Als Toni beginnt, den kryptischen Hinweisen zu folgen, erkennt sie, dass ihr Vater bei dem Verschwinden der drei Kinder eine Rolle gespielt hatte, denn einer der verschwundenen Jungs war sein Spielkamerad Klausel. Die journalistischen Instinkte seiner Tochter, aber auch die fehlende Antwort auf die Frage, weswegen sich ihr Vater schuldig gefühlt hatte, lässt Toni recherchieren. Behilflich ist ihr dabei der vor Ort arbeitende Kriminalkommissar Leo Steiner.
Es handelt sich um einen Kriminalroman, der ohne viel Blutvergießen auskommt, und bei dem man trotzdem Seite um Seite verschlingen möchte. Abwechslungsreich gestaltet sich der Roman dadurch, dass man Rückblicke in das Geschehen der 60er Jahre bekommt und das wahre Verbrechen ein wenig beleuchtet wird, als aber auch durch kurze Kapitel, die den Leser wissen lassen, dass es aktuell scheinbar wieder ein Entführungsopfer aus Pirmasens gibt. Besonders spannend finde ich persönlich dabei die Einwürfe des ehemaligen Professors von Toni, der ihr im Studium Strategien für verschiedene Interviewpartner mitgegeben hat. Grundsätzlich haben mir Tonis diverse Gedanken zum Leben gefallen und das Buch zu einem Roman gemacht, der nicht nur stumpf ein Verbrechen abhandelt. Peter Probsts gut lesbarer Krimi erhält von mir deshalb volle fünf Punkte!