Ich habe Falling for Adelaide von Alexandra Flint wieder im Tandem gelesen und gehört, also parallel als Taschenbuch und Hörbuch. Wie schon beim ersten Band hat das hervorragend funktioniert. Vor allem Hannah Schepmann und Louis Friedemann Thiele haben die Figuren für mich noch lebendiger gemacht und dafür gesorgt, dass ich jede freie Minute weiterlesen oder weiterhören wollte.Nachdem ich Adelaide bereits im ersten Band sehr mochte, habe ich mich auf ihre Geschichte gefreut. Diesmal verbringt sie ihr Semester auf Mont Lacroix und unterstützt ihre Mutter im Sport- und Wellnessbereich des Hotels. Dort lernt sie Julian kennen, dessen Leben von den Erwartungen seiner Familie bestimmt wird.Bevor wir über die Liebesgeschichte sprechen, müssen wir allerdings kurz über das Fake Dating reden. Denn dieses Buch wirbt zwar mit diesem Trope, tatsächlich findet Fake Dating hier aber praktisch nicht statt. Die beiden machen zwei Bilder für Instagram und das war es auch schon. Für mich ist das deshalb eher ein Fake-Fake-Dating-Buch. Das klingt allerdings negativer, als es gemeint ist, denn gestört hat mich das keine Sekunde. Die Geschichte funktioniert auch ohne den Trope hervorragend.Was ich an diesem Buch besonders geliebt habe, war die Beziehung zwischen Adelaide und Julian. Die beiden kommunizieren miteinander, vertrauen sich und werden sehr schnell zu einem Team. Das Drama entsteht nicht durch künstliche Missverständnisse, sondern durch die äußeren Umstände, mit denen beide konfrontiert werden. Genau solche Liebesgeschichten liebe ich, weil die Figuren gemeinsam gegen ihre Probleme kämpfen, statt gegeneinander.Während Adelaide und Julian immer enger zusammenwachsen, sorgen vor allem Estelle, ihre Mutter und Julians Eltern für die eigentlichen Konflikte der Geschichte. Je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr haben mich diese Figuren aufgeregt. Was mich dabei besonders wütend gemacht hat, war die Tatsache, dass niemand von ihnen Julian wirklich als Menschen betrachtet. Für sie ist er kein Sohn, kein Partner und keine eigenständige Person mit eigenen Wünschen und Träumen. Er ist lediglich ein Mittel zum Zweck. Seine Eltern brauchen ihn, um ihren Reichtum, ihren Status und ihr Anwesen zu sichern, obwohl sie finanziell längst vor dem Abgrund stehen. Estelle verfolgt ebenfalls ihre eigenen Ziele, deren tatsächlicher Hintergrund erst gegen Ende des Buches aufgelöst wird und auf die ich hier aus Spoilergründen nicht näher eingehen möchte. Gerade deshalb haben mir die Szenen mit diesen Figuren teilweise regelrecht Magenschmerzen bereitet.Auch die Geheimnisse rund um Julians Familie, den seltsamen Ehevertrag und die Ereignisse der Vergangenheit haben für Spannung gesorgt. Die meisten Auflösungen waren für mich zwar sehr vorhersehbar, allerdings hat mich das überhaupt nicht gestört. Tatsächlich lag ich mit meinen Vermutungen durchgehend richtig. Trotzdem hat das dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, denn für mich lag die Spannung nie in den Plot Twists selbst, sondern darin zu erleben, wie Adelaide und Julian gemeinsam ihren Weg durch dieses Chaos finden.Besonders gefallen hat mir außerdem der Kontrast zwischen Adelaides Familie und Julians Familie. Während Julian ständig kämpfen muss, steht Adelaide ein Umfeld zur Seite, das sie unterstützt, auffängt und hinter ihr steht. Gerade dadurch wird noch deutlicher, wie wichtig Familie sein kann - im positiven wie im negativen Sinn.Für mich war Falling for Adelaide genauso stark wie der erste Band. Ich liebe das Setting, die Figuren und die Mischung aus Spannung und Cozy-Vibes. Vor allem liebe ich, dass die Konflikte in dieser Reihe nicht durch mangelnde Kommunikation entstehen, sondern dadurch, dass die Figuren gemeinsam gegen die Probleme kämpfen, die ihnen das Leben entgegenwirft. Mittlerweile würde ich sogar sagen, dass diese Reihe zu meinen absoluten Lieblingsreihen des Jahres gehört.