In einer abgeschiedenen Aussteigergemeinschaft werden drei Teenager-Mädchen brutal erschossen. Am Tatort hinterlässt der Täter die rätselhafte, mit Blut geschriebene Botschaft Ragnarök. Das Ermittlerduo Svea Karhuu und Jon Nordh übernimmt den Fall und taucht tief in die Geheimnisse der Gemeinschaft ein.
Besonders faszinierend fand ich die Darstellung der Aussteigergemeinschaft. Auf den ersten Blick wirkt das Leben in der Kommune wie eine idyllische Alternative zu unserer modernen Gesellschaft. Naturverbundenheit, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Werte stehen im Mittelpunkt. Doch hinter dieser vermeintlich harmonischen Fassade verbergen sich auch dunkle Seiten: blinder Gehorsam, gefährliche Ideologien und eine radikale Ablehnung der Schulmedizin und Technologie. Was zunächst nach Freiheit aussieht, entwickelt zunehmend beklemmende Züge.
Doch nicht nur innerhalb der Gemeinschaft gibt es Verdächtige. Auch ehemalige und verstoßene Mitglieder sowie Nachbarn, die sich durch die Kommune gestört fühlen, geraten ins Visier der Ermittlungen. Die Vielzahl möglicher Motive sorgte dafür, dass ich immer wieder neue Vermutungen angestellt und wieder über den Haufen geworfen habe. Und so sehr mich bereits die Tat selbst erschüttert hat, so hat mich das Ende noch einmal auf ganz andere Weise schockiert und betroffen zurückgelassen.
Neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit erhalten wir auch wieder Einblicke in das Privatleben von Jon und Svea. Jon hat seine Ehefrau bei einem vermeintlichen Autounfall verloren und kann den Verdacht nicht abschütteln, dass mehr dahintersteckt. Seine eigenen Nachforschungen nehmen ihn so sehr in Anspruch, dass ihm bei den aktuellen Ermittlungen ihm Fehler unterlaufen. Auch Svea trägt noch an Erlebnissen aus ihrer Zeit als verdeckte Ermittlerin. Gleichzeitig ist sie eine zielstrebige Persönlichkeit, die sich nicht scheut, unbequeme Fragen zu stellen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Der Schreibstil von Voosen und Danielsson ist flüssig, fesselnd und atmosphärisch dicht. Besonders gelungen finde ich die düstere, unterschwellig bedrohliche Stimmung. Die Spannung entsteht dabei nicht nur durch das Verbrechen selbst, sondern vor allem durch die Geheimnisse und die Abhängigkeiten innerhalb der Gemeinschaft.
Mein Fazit: So muss ein Schwedenkrimi sein! Düster, atmosphärisch, voller Geheimnisse und mit einem markanten Ermittlerduo. Ein spannender und zugleich erschütternder Fall, dessen Ende mich noch lange beschäftigt hat.