Spoilerfreie Meinung¿Das Buch sprach mich aufgrund des TV-Show Settings sehr an. Ich mag Bücher, die hinter den Kulissen von Film & Fernsehen oder in der Welt des Berühmtseins spielen. Und in dieser Hinsicht enttäuscht das Buch nicht. Dieses Setting steht im Vordergrund. Die Charaktere sind sympathisch, auch wenn der "Rival" für mich nur schweren Herzens zu einem "Lover" wurde. Das Buch hat eine eher langsame Handlung, die mir anfangs Spaß machte. Für mich war die Handlung an einigen Schlüsselszenen zu schnell abgehandelt, was mein Unverständnis stärker werden ließ. Wer sich gerne auf Charaktere einlässt und mit ihnen treibt, dem wird dieses Buch eher gefallen.Achtung, ab hier folgen Spoiler¿Setting¿¿¿¿Die TV-Show war ein tolles Setting, in dem ich mich schnell wohlfühlte. Der Großteil des Buches spielt sich auch tatsächlich in der Show und hinter den Kulissen ab. Es gab auch einige popkulturelle Anspielungen, die das Setting abrundeten. Auch die Idee der Geschichte war sehr süß, auch wenn an einigen Stellen Lücken zurückblieben.Charaktere¿¿¿PenelopePenelope war mir schnell sympathisch, auch wenn ich das Gefühl hatte, sie nicht wirklich zu kennen. Sie versteht sich mit ihren Kollegen sehr gut, isst gerne Twizzlers und freut sich endlich, diesen Job machen zu dürfen. Ich konnte mich aber sehr mit ihr mitfreuen und gemeinsam mit ihr wütend über Connor werden. Sehr toll fand ich, dass sie erkannt hat, dass seine Vergangenheit nicht sein Verhalten verzeiht: "So verdammt menschlich, dass all die Dinge, die ich ihm entgegenschleudern wollte, ihre scharfen Kanten verlieren. Dass in seinem Leben nicht alles glattläuft, verzeiht sein Verhalten nicht." 250 Seiten ärgert sich Penelope mit mir als Leserin über ihn, während ihre Meinung für mich plötzlich umschwenkte. Deshalb konnte ich kaum nachvollziehen, warum Penelope ihn plötzlich gut findet. Emotionale Tiefe haben sie zwar durch die Chats, aber wissen tun sie davon nichts. Aber vielleicht ist es manchmal eine vorhandene Anziehung. Denn Chemie haben die beiden auf jeden Fall.ConnorConnor handelt sehr unsympathisch mit kindlichen Streichen. Er ist neidisch auf Penelope, traurig darüber, dass er von seiner Mentorin Monica verlassen wurde. Monica hat Connor bei seinem Anfang auch das Leben schwer gemacht. Und deshalb will er die Kette fortführen und dasselbe nun bei Penelope tun? Na, klasse. Er kann Penelope noch nicht einmal gönnen, dass sie sich Gedanken um passende Anzüge macht. Als er merkt, dass sie versucht, sich farblich zu seiner Anzugfarbe zu kleiden, zieht er sich um. Im ersten Teil des Buches tut er alles für seinen eigenen Vorteil. Es gab aber lustige Momente zwischen ihm und Penelope wie z.B. als er am Aufzug auf Pen wartet und sie dann denkt: "Der Teufel kann warten."Im zweiten Teil des Buches kann man auch an seinen Handlungen erkennen, dass er in sie verliebt ist. Aber zu Beginn tut er dies auf eine besitzergreifende Art, in dem er Pen seine Jacke überstreift, während sie sich mit Everett unterhält. Gepaart mit seinen Handlungen aus der ersten Hälfte des Buches, war es für mich zu bestimmend. Als würde er es nun wollen und deshalb passierte es auch. Für seine Streiche übernahm er jedoch Verantwortung, was ihn sympathischer und nahbarer machte. Trotzdem muss ich mit Penelope mitgehen, dass er ihr sagen sollte, dass er ihr Chatpartner ist. Wenigstens ab dem Zeitpunkt, ab dem er sich sicher war. Und spätestens vor der Spiceszene. Penelope selbst beschreibt es als "Als hätte Connor ohne mein Zutun etwas von mir erfahren, was er nicht wissen dürfte."GraysonZu Beginn gab es einige unangenehme Momente zwischen Penelope und ihm. Selbst sie fragte sich nach einigen Sätzen "Okay?" Aber er wurde sympathischer, insbesondere im Kontrast zu Connor. Gemeinsam mit Scarlett ist er ein Freund für Penelope, der sie in Bezug auf Connor unterstützt.JasperJasper war für mich der sympathischste Charakter. Er sagte immer, was ich dachte und konfrontierte somit seinen besten Freund Connor. Trotzdem macht er das liebevoll: "Solltest du den Erfolg von Penelope sabotieren, fällt das garantiert auf dich zurück. Lass sie einfach ihr Ding machen." Auch als er Penelope seine "wahre Identität" verschweigt und darüber wütend ist, findet Jasper die richtigen Worte: "Aber sprich mit jemandem darüber, Connor. Dann rede mit deiner Mutter. Oder einem deiner Stiefbrüder. Kläre deinen Scheiß. Selbst wenn Penelope dir verzeiht, musst du unbelasteter sein." Leider gibt es bisher aus der Reihe noch kein Buch über ihn. Denn dieses würde ich lesen wollen.Handlung¿¿¿Für mich fühlt sich das Buch an, als wären es zwei geschriebene Texte, die zusammengefügt worden sind. Im ersten Text mögen Penelope und Connor sich überhaupt nicht. Im zweiten Text sind sie verliebt ineinander. Ein fließender Übergang existiert leider kaum. Man geht zwar im ersten Text davon aus, dass der Umschwung kommt, aber dennoch passiert dieser ziemlich plötzlich. Beim Lesen konnte ich für mich ziemlich eindeutig den Wendepunkt definieren. Das romantische Knistern zwischen den beiden ist sofort bemerkbar. Man lernt sowohl Penelope als auch Connor durch ihre eigenen Perspektiven näher kennen. Umso verwirrter und verwunderter war ich, als Connor bei ziemlich genau der Hälfte des Buches sprach, dass er gerne segelt. Für mich kam diese Information zu spät. Zumindest dafür, dass es anscheinend seine Lieblingsaktivität ist. Dadurch wirkte Connor distanzierter. Anscheinend hat man ihn nicht gut genug kennengelernt.Wer wohl Penelopes geheimer Chatpartner ist, ist vorhersehbar und vielleicht soll es auch so sein. Bereits auf Seite 50 des Buches habe ich es mir schon notiert. Zwischendurch hatte ich kurz aber doch noch Zweifel, ob es vielleicht nicht doch Grayson ist. Die Auflösung durch Connor am Ende fand ich ernüchternd. Er realisiert es, verschweigt es und lässt es dann (gefühlt) in einem Nebensatz fallen. Es war fast zwar eindeutig, dass er es gewesen ist, aber da ist Spannung verloren gegangen. Genauso empfand ich es auch bei dem Geheimnis um Beth. Eine lange Zeit des Buches beschreibt Penelope, dass sie etwas verheimlicht hat, aber nie was genau.Wäre Connor nicht Phil gewesen, wäre die Message in diesem Handlungsstrang folgendes gewesen: Es gibt Menschen, die dich verstehen und romantisch nicht anziehen. Und es gibt Menschen von denen du nicht weißt, dass sie dich verstehen, aber dich gleich romantisch anziehen. Das wäre auch ganz schön gewesen.Aber eine Message des Buches, die ich wirklich gut fand, war, dass tote Menschen nicht über uns bestimmen dürfen. Connor hat das Gefühl, seinem Stiefvater nicht gerecht werden zu können. Schon zu Lebzeiten hat dieser immer wieder über ihn bestimmen wollen. Im Verlauf des Buches merkt man, wie sehr ihn dieser Umstand in eine Form presst, in die er nicht passen möchte. Erst später erkennt er auch, warum seine Stiefbrüder ihn nicht leiden können. Denn sein Stiefvater hat ihnen immer vorgehalten, wie gut Connor ist. Damit hat er viel Druck auf Connor ausgeübt und seine leiblichen Kinder nicht unterstützt. Sein Abschließen mit ihm und das klärende Gespräch zwischen seinen Brüdern war herzerwärmend geschrieben. Ähnlich ging es mir auch mit Beths Geheimnissen. Als Penelope endlich ihren Eltern davon erzählt, reagieren auch diese sehr süß.Schreibstil-Gefühl¿¿¿Ich konnte das Buch gut lesen, auch wenn es mich nicht fesselte. Große Emotionen blieben bei mir aber leider aus, was für mich auch an zu schnellen Entwicklungen lag.Für mich hat Connor, der Kollege mit Phil, dem Chatpartner, kaum zusammengepasst. Ich sehe, dass in Connor mehr steckt, als der unsympathische Mensch. Aber vom Schreibstil hörten sie sich an, wie zwei verschiedene Menschen.Unterhaltung¿¿¿Das Buch hat mir Spaß gemacht, auch wenn ich mich teilweise motivieren musste, weiterzulesen. Als eine Abendlektüre, bei der man täglich ein paar Seiten liest, funktioniert das Buch gut. Ein Pageturner ist es aber nicht, da sich die Handlung im Mittelteil trägt. Connor als Protagonist war für mich eher unsympathisch, Penelope als Protagonist kaum emotional greifbar. Am meisten Freude hatte ich aber am Setting. Es machte Spaß, die verschiedenen Showkonzepte zu lesen und sich bildlich vorzustellen. Trotzdem werde ich erstmal nicht zu Band 2 greifen. Die Romance-Geschichte, die im Vordergrund steht, hat mich emotional leider nicht vollständig abgeholt.