Der Roman zeigt eine düstere Utopie auf. Ein Staat verpflichtet seine Bürger zu drastischen Gesundheits- und Hygienepflichten. Die Einhaltung der Pflichten ist oberstes Gebot, kontrolliert durch einen unter der Haut eingesetzten Chip. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt. Auch das restliche Leben wird vom System (METHODE) streng reglementiert und kontrolliert.Moritz, ein freiheitsliebender junger Mann, wird vom System des Mordes beschuldigt. Da er sich nicht verteidigen kann und ein fairer Prozess bei der METHODE undenkbar ist, wählt er den Freitod. Seine Schwester Mia, schockiert über den Tod ihres Bruders, ist von dessen Unschuld überzeugt und versucht, diese zu beweisen. Ein fast aussichtsloser Kampf beginnt, stellt sich Mia mit ihren Behauptungen doch als Individuum gegen ein ganzes System; gegen ein System, in dem individuelle Meinungen nicht zählen...Juli Zeh entspinnt eine verstörende Science-Fiction-Geschichte, in der der Staat seine Bürger komplett kontrolliert und überwacht. Solche Zukunftsromane zählen gewöhnlich nicht zu meiner Leseauswahl. Da ich aber bereits zwei Bücher von Juli Zeh gelesen habe, weiß ich um ihre herausragenden sprachlichen und erzählerischen Fähigkeiten. So wurde ich auch bei diesem Roman nicht enttäuscht. Für mich ein großartiges Buch.