Ein packendes Buch, das mich auch an einigen Stellen zum Nachdenken angeregt hat - lediglich die Liebesgeschichte fand ich zu vorhersehbar.
Diese Geschichte behandelt sehr einfühlsam sowohl die Themen Flucht und Vertreibung, aber auch die Erfahrungen, die eine junge Frau in den 1950er Jahren an der Uni (noch dazu im Studienfach Mathematik) macht. Und das regt zum Nachdenken an, weil Margot so viele Erfahrungen macht, die heute immer noch stattfinden, mit denen Frauen immer noch zu kämpfen haben. Sei es in ihrem beruflichen Werdegang, ihrer akademischen Karriere oder ihrem Privatleben. Mein Kritikpunkt in diesem Buch ist definitiv die Liebesgeschichte, die mir persönlich zu viel Raum einnimmt. Insbesondere weil Margot wirklich die Augen verschließt vor Dingen, die dem Leser längst offensichtlich sind. Dadurch ist dieser Teil des Buches sehr vorhersehbar.Durch den angenehmen Schreibstil habe ich das Buch nahezu verschlungen, kam immer wieder gut in die Geschichte. Das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen (kann das schon das Ende sein?), aber es passt sehr gut, dass Fragen offen bleiben, dass sich nicht alles so perfekt fügt, wie man es sich als Leser für Margot wünschen würde. Das macht die Geschichte für mich noch glaubhafter.Eine Empfehlung insbesondere für Leser*innen, die gerne über Frauen in der Wissenschaft lesen und den Schwierigkeiten, die ihnen durch die Gesellschaft gestellt werden.