Die Geschichte beginnt direkt mit Alea, und man wird sofort in das Thema Body Positivity hineingezogen. Alea ist durch negative Erfahrungen sehr selbstkritisch und interpretiert in fast allem, was Titus tut, Spott und Häme. Titus hingegen versteht überhaupt nicht, warum sie so negativ auf ihn reagiert, was immer wieder zu Missverständnissen führt.Alea denkt viel über Titus' Verhalten nach und überlegt ständig, wie sie auf andere wirkt - insbesondere wegen ihres Gewichts. Das Buch behandelt ein unglaublich wichtiges Thema, das vielen Leser:innen aus der Seele sprechen wird. Mit Alea können sich sicher viele identifizieren: Selbstzweifel und Unsicherheiten kennt man auch bei anderen Figuren oder aus dem eigenen Leben.Besonders eindrucksvoll ist, wie die Geschichte zeigt, was es mit uns macht, wenn wir von klein auf hören, was "nicht gut" an uns sei. Alea hat starke Selbstzweifel, und man kann absolut nachvollziehen, wie diese durch ihr Umfeld und Erfahrungen in der Jugend geprägt wurden.Allerdings nervte mit der Zeit ein wenig das ständige Hin und Her: Alea lässt sich auf Titus ein, nur um dann wieder einen Rückzieher zu machen. Gleichzeitig sind ihre Gedanken so nachvollziehbar, dass man ihr Verhalten nie komplett verurteilen kann. Je weiter man liest, desto mehr wächst das Mitgefühl für Alea - die Autorin schreibt so authentisch, dass man ihren Schmerz fast spüren kann. Titus' Verhalten bleibt dagegen schwer nachvollziehbar.Alles in allem ist es ein sehr einfühlsames Buch, das Mut macht, Hoffnung schenkt und definitiv viel Aufmerksamkeit verdient.