Priska erwartet Besuch von ihrem Halbbruder und seiner neuen Freundin. Als die beiden eintreffen, steht Priska am See ihres Hauses und schaut auf eine Leiche, die darin liegt. Niemand darf davon wissen, was soll sie nur tun? Den toten Körper hat sie nicht nur entdeckt, sie ist maßgeblich an seinem Zustand beteiligt.Klingt doch eigentlich ganz fesselnd, dachte ich mir. Doch aus der erhofften Spannungskurve wurde nichts. Weniger als um das Verbrechen an sich und entsprechende Ermittlungen ging es eher darum, die Figuren intensiv zu erforschen. Und das zu verfolgen, gestaltete sich zunehmend zäh und endete eher in Langeweile als in Spannung. Es gab keinen Sympathieträger für mich. Nehmen wir als Beispiel Priska, das Glückskind, das eigentlich alles hat, um glücklich zu sein, aber sie ist es nicht. Eher quengelig und chronisch unzufrieden und das hat nicht nur etwas mit ihrem Leichen-Geheimnis zu tun.Ihr Halbbruder und seine Freundin teilen eine besondere Leidenschaft besser gesagt: Unleidenschaft, worauf die Autorin für meinen Geschmack zu sehr rumtrat, und auch auf Priska, dem diesbezüglichen Gegenteil des Paares. Dies alles war für den "Fall" an sich sehr nebensächlich und diente mehr als Füllmaterial. Während sich das Thema immer mehr aufschaukelt, nähert sich die Autorin mit einigen Wenden und manchmal nicht wirklich überraschenden Überraschungen immer mehr der Auflösung des Todes-/ Mordfalls. Den exakten Hergang konnte man zwar nicht wissen, aber im Großen und Ganzen ließ sich ab einem gewissen Punkt erahnen, wo der Hase langlief.Die Grundidee war dennoch gut, nur die Umsetzung entsprach nicht so meinem Geschmack. In einem Krimi mag ich mehr Spannung und überraschende Wenden als viel Drumherum sowie ein Thema, was dem Fall an sich etwas die Show stiehlt, aber jeder hat da andere Vorlieben. Die Atmosphäre, die die Autorin geschaffen hat, ist hingegen gut gelungen. Priskas Gefühle waren manchmal fast greifbar und auch das Setting hat seines dazu getan.<div data-ad-height="250" data-ad-width="300" style="background: transparent; border: 0px; margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline;">Mein erster Krimi von Petra Johann hat mich zwar nicht wirklich überzeugt, aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, vielleicht sagt mir ein anderes Buch von ihr mir mehr zu.