Spannende Dark Romance mit starker Entwicklung, viel Emotion und gelungenem Perspektivwechsel ¿ nicht perfekt, aber fesselnd.
Rika ist eine Protagonistin mit einer bemerkenswerten charakterlichen Entwicklung. Besonders deutlich wird das durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, in den auch immer wieder Episoden mit Chiara eingebettet sind. Der Grundstein ihres Charakters bleibt zwar bestehen, und in manchen Momenten wirkt sie noch wie ein klassisches "Pick-me-Girl". Gleichzeitig zeigt sie aber auch große Stärke: Sie steht für sich selbst ein, kennt ihren Wert und weiß, was sie möchte. Dennoch lässt sie oft zu viel mit sich machen, wodurch man sich stellenweise mehr Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle von ihr wünschen würde - eine Entwicklung, die sie jedoch im Laufe der Geschichte zunehmend durchläuft.Sehr positiv hervorzuheben ist Michaels Perspektive. Durch sie wirkt er deutlich weniger hart, und man versteht seine Beweggründe und Handlungen besser. Zwar lässt sich die Geschichte teilweise dem "Mobbing-Romance"-Genre zuordnen, doch wirkt dies hier weniger extrem, da seine Sichtweise nachvollziehbar ist. Letztlich zeigt er immer wieder eine fürsorgliche Seite und kümmert sich auf seine Weise um Rika.Auch die Nebencharaktere Kai, Will und Damon spielen eine wichtige Rolle. Sie sind vielschichtig angelegt und schwanken zwischen sympathisch und unsympathisch. Jeder von ihnen bringt seine eigene Geschichte mit, und nicht alle entpuppen sich als gute Menschen.Michaels Bruder Trevor wirkt von Anfang an suspekt. Es entsteht der Eindruck, dass er Rika eher aus einem Gefühl von Besitz oder Anspruch heraus will, nicht aus echter Zuneigung oder weil er sie wirklich kennt.Die Entwicklungen, besonders gegen Ende des Buches, sind spannend und gut aufgebaut. Der Spannungsbogen ist gelungen, und es gibt einige intensive sowie auch "spicy" Szenen, die sich stimmig in die Handlung einfügen - auch wenn ich zunächst mit mehr gerechnet hatte.Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es neben der zentralen Geschichte rund um die Jungs auch weibliche Freundschaften gibt. Diese bringen zusätzliche Tiefe in die Handlung, auch wenn eine dieser Freundinnen meiner Meinung nach nicht besonders gut behandelt wird.Der Schreibstil ist insgesamt sehr angenehm. Besonders der Perspektivwechsel sowie die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind gelungen umgesetzt, ohne den Lesefluss zu stören.Spice: ¿¿¿¿.¿¿