War okay
Ich habe "Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt" von Richard Osman gelesen und fand es insgesamt unterhaltsam, aber nicht ohne kleine Schwächen. Die Geschichte handelt von einer ungewöhnlichen Gruppe älterer Menschen, die in einer Seniorenresidenz leben und sich jeden Donnerstag treffen, um ungelöste Mordfälle zu besprechen. Doch plötzlich werden sie selbst in einen echten Fall verwickelt und versuchen, ihn auf ihre eigene, oft überraschend clevere Weise zu lösen.Besonders gut gefällt mir die Idee, dass Senioren die Hauptrolle in einem Krimi spielen. Es ist erfrischend, einmal Figuren zu erleben, die nicht nur Erfahrung und Klugheit mitbringen, sondern auch Humor, Schlagfertigkeit und eine gewisse Leichtigkeit, die den oft düsteren Krimigenre-Konventionen entgegensteht. Die Mischung aus Humor, Charme und Ermittlungsarbeit macht das Buch locker und unterhaltsam.Meine Lieblingsfiguren sind eindeutig Ron und Joyce. Ron ist direkt, manchmal ruppig, aber extrem loyal und ehrlich. Man spürt, dass er immer das Richtige tun will, auch wenn er dabei aneckt. Joyce ist ruhiger, aufmerksam und reflektiert, besonders ihre Tagebucheinträge habe ich sehr geschätzt. Sie geben dem Buch eine persönliche Note und machen ihre Sicht auf die Ereignisse besonders interessant. Zusammen sorgen sie für viele humorvolle, aber auch berührende Momente.Der Kriminalfall selbst ist solide, aber nicht übermäßig komplex. Manche Handlungsstränge und Nebenfiguren wirken ein wenig verwirrend oder verzettelt, sodass der Lesefluss stellenweise etwas stockt. Das Buch lebt mehr von den Figuren, ihrer Dynamik und den charmanten Dialogen als von rasanter Spannung, was schön ist, aber auch dafür sorgt, dass man manchmal etwas mehr Nervenkitzel vermisst.Fazit. Insgesamt ist "Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt" ein humorvoller und liebenswerter Krimi, der besonders durch seine Charaktere punktet. Wer Freude an skurrilen, sympathischen Figuren wie Ron und Joyce hat, wird das Buch genießen, wer dagegen einen hochspannenden Thriller erwartet, könnte stellenweise etwas enttäuscht sein.