Ich bin ohne allzu große Erwartungen in The Stars We Reach gestartet, hatte aber direkt das Gefühl, dass mich der angenehme und leicht zugängliche Schreibstil schnell abholen könnte. Genau das ist dann auch passiert ich war ziemlich schnell in der Geschichte drin und konnte mich gut auf die Reise einlassen, die Ivy hier antritt.
Ivy steht im Mittelpunkt der Geschichte und wagt nach einem einschneidenden Erlebnis einen Neuanfang und das gleich auf der anderen Seite der Welt, in Australien. Diese Grundidee mochte ich total, weil sie einfach viel Raum für persönliche Entwicklung bietet. Gleichzeitig hatte ich aber gerade am Anfang ein bisschen das Gefühl, dass ihre Motivation nicht ganz so greifbar ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Dadurch wirkte ihr Aufbruch für mich zunächst weniger intensiv, als er eigentlich hätte sein können.
Auch Ivy selbst fand ich zu Beginn ehrlich gesagt etwas schwierig. Gerade im Umgang mit anderen handelt sie teilweise unüberlegt, was es mir nicht immer leicht gemacht hat, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Das hat mein Leseerlebnis am Anfang ein wenig gebremst. Umso schöner fand ich es aber, dass sie im Laufe der Geschichte eine deutliche Entwicklung durchmacht. Mit der Zeit wurde sie für mich immer greifbarer und hat an Tiefe gewonnen, was viel dazu beigetragen hat, dass ich doch noch eine Verbindung zu ihr aufbauen konnte.
Taylor war für mich dagegen direkt ein Charakter, den ich gerne mochte. Er wirkt von Anfang an nahbar und bringt eine gewisse Wärme in die Geschichte, die mir richtig gut gefallen hat. Durch seine Hintergrundgeschichte versteht man ihn und seine Handlungen nach und nach immer besser, auch wenn ich nicht jede seiner Entscheidungen komplett nachvollziehen konnte. Trotzdem hat er für mich eine wichtige emotionale Konstante in der Geschichte dargestellt.
Die Dynamik zwischen Ivy und Taylor lebt vor allem von ihren Unterschieden, was ich sehr spannend fand. Ihre Beziehung entwickelt sich Schritt für Schritt und wirkt dabei größtenteils natürlich. Besonders mochte ich, dass beide nicht perfekt sind und auch Rückschläge erleben genau das hat die Entwicklung für mich realistischer und greifbarer gemacht.
Ein echtes Highlight war für mich das Setting in Australien. Die Beschreibungen der Umgebung haben bei mir sofort dieses Gefühl von Weite und Freiheit ausgelöst. Ich hatte beim Lesen oft Fernweh und konnte mir die Atmosphäre richtig gut vorstellen. Das passt einfach perfekt zur Thematik des Neuanfangs und hat die Geschichte für mich nochmal aufgewertet.
Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen. Sie wirken authentisch und fügen sich stimmig in die Geschichte ein, ohne zu viel Raum einzunehmen. Gerade solche Figuren geben der Handlung oft noch mehr Leben, und das ist hier definitiv gelungen.
Das Buch lebt für mich insgesamt vor allem von der Entwicklung der Figuren und der Atmosphäre. Auch wenn ich gerade zu Beginn meine Schwierigkeiten hatte besonders mit Ivy hat sich das im Verlauf deutlich gebessert, sodass ich am Ende doch gerne weitergelesen habe.
Fazit:
Ein gefühlvoller New-Adult-Roman mit einem wunderschönen Setting und einer spürbaren Entwicklung der Figuren. Auch wenn mich nicht alles von Anfang an komplett überzeugen konnte, hat mich die Geschichte am Ende emotional erreicht. 4/5