Der Anfang brauchte kurz, doch danach hat mich die Geschichte emotional voll erwischt.
4,5-5/5Der Einstieg war für mich zunächst etwas holprig. Grace trägt Narben von einem Feuer, und das Thema ist von Anfang an präsent. Ich hatte kurz Sorge, dass mich das die ganze Zeit belasten würde, und musste erst ein bisschen warm werden. Auch West war anfangs schwer einzuschätzen. Er wirkt wie der typische distanzierte Frauenheld, gleichzeitig ist er Grace gegenüber unglaublich liebevoll und respektvoll. Nach etwa hundert Seiten hat es dann endlich klick gemacht, und ich war komplett drin.Die Dynamik zwischen Grace und West hat mir richtig gut gefallen. Sie necken sich, provozieren sich, haben Humor und sprechen dabei immer wieder offen über ihre Gefühle. West überrascht einen ständig, und irgendwann habe ich gemerkt, wie sehr mir ihre Geschichte ans Herz gewachsen ist. Die Liebesgeschichte ist alles andere als perfekt. Sie hat Höhen und Tiefen, Unsicherheiten und emotionale Momente, die mich richtig mitgerissen haben. Ich habe mitgefiebert, gelacht, war wütend, traurig, glücklich und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.Sehr gelungen finde ich, wie die Vergangenheit der beiden nach und nach enthüllt wird. Grace' Umgang mit ihren Narben, ihr innerer Kampf und ihre Zweifel werden sehr einfühlsam dargestellt, während Wests Geschichte Stück für Stück Tiefe bekommt und immer wieder neue Facetten zeigt. Auch die Nebenplots wie Theater, Boxen und die Nebencharaktere fügen sich wunderbar ein. Sie bereichern die Geschichte, ohne sie zu überladen. Besonders gefallen hat mir, dass die Figuren Fehler machen, daraus lernen und sich weiterentwickeln. Einige Charaktere, die ich zu Beginn unsympathisch fand, haben später sehr schöne Entwicklungen durchgemacht, was die Geschichte für mich noch lebendiger und realistischer gemacht hat.Fazit:Ich habe ein paar Seiten gebraucht, bis mich die Geschichte begeistern konnte, aber dann habe ich sie so sehr geliebt.