Geschichte kann trocken sein. Muss sie aber nicht. Wolfgang Behringer macht aus der Frühen Neuzeit eine Weltreise, bei der ich mich mehr als einmal dabei ertappt habe, etwas nachschlagen zu wollen. Von Europa geht es nach Afrika, Amerika, Indien, China und Japan. Das macht den Reiz aus.
Statt Geschichte nur aus europäischer Sicht zu erzählen, öffnet Behringer den Blick und zeigt, wie eng die Entwicklungen verbunden waren. Handel, Entdeckungen, Macht, Religion, Kolonialismus und Rassismus greifen ineinander. Besonders spannend fand ich die vielen kleinen Geschichten über Menschen, die diese Veränderungen erlebten. Dadurch bleibt das Ganze lebendig ohne zum Stapel Jahreszahlen zu werden.
Natürlich ist dieses Buch ein ordentlicher Brocken. Über tausend Seiten brauchen Zeit und Konzentration. Dafür steckt viel Wissen darin, und kleine Episoden haben mich immer wieder gepackt.
Der große Aufbruch ist kein Buch für zwischendurch, sondern eines, in dem man sich verlieren kann. Ich habe gestaunt, gelernt und mich mehrfach dabei ertappt, noch ein Kapitel lesen zu wollen. Eine beeindruckende Reise durch die Weltgeschichte, die zeigt, wie wenig Geschichte jemals nur an einem Ort passiert.