Schwarzer September von Sandro Veronesi ist ein ruhiger, literarischer Roman, der vor allem durch seine besondere Atmosphäre besticht. Das Cover wirkt sommerlich und leicht nostalgisch und passt damit sehr gut zur Geschichte, die in den 1970er-Jahren an der italienischen Küste spielt.
Im Mittelpunkt steht ein Sommer im Leben des jungen Gigio, der von ersten Gefühlen, neuen Begegnungen und einschneidenden Ereignissen geprägt ist. Dabei verwebt der Roman persönliche Erlebnisse mit realen historischen Geschehnissen, was der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht. Ohne zu spoilern: Es ist weniger ein spannungsgeladener Plot als vielmehr eine sensible Entwicklungsgeschichte.
Der Schreibstil ist ruhig, detailreich und sehr bildhaft. Veronesi schafft es, Stimmungen und Erinnerungen lebendig werden zu lassen, auch wenn das Tempo stellenweise eher gemächlich ist. Die Figuren wirken authentisch, besonders Gigio überzeugt durch seine glaubwürdige Mischung aus Neugier und Unsicherheit.
Für mich war das Buch vor allem wegen seiner Verbindung von persönlicher Geschichte und Zeitgeschehen interessant. Es ist kein klassischer Spannungsroman, sondern ein nachdenkliches Werk über das Erwachsenwerden.
Fazit: Ein atmosphärischer, fein erzählter Roman mit literarischem Anspruch, der vor allem Leser anspricht, die ruhige und tiefgründige Geschichten schätzen