Mein erster Eindruck von dem Buch war zu 100 Prozent positiv, weil mir der Zeichenstil wahnsinnig gut gefällt. Er ist voller Bewunderung für die Natur und zeigt die Landschaften und Tiere in einem realistischen, aber gleichzeitig auch kindlich niedlichen Stil. Man sieht, dass sich einfach Mühe gegeben wurde. Auf dem Cover sind unzählige kleine, silberglänzende Details ins Bild eingefügt, ob das nun spritzende Wassertropfen auf den Wellenkronen oder Sterne am Nachthimmel sind. Dadurch wirkt es sehr wertig und mit Liebe gemacht.
Die Geschichte an sich hat auch schöne Botschaften, zum Beispiel über das Thema Einsamkeit und darüber, wie man gemeinsam vieles schaffen kann, oder darüber, dass die Natur allen gehört und jedem etwas gibt.
Gleichzeitig hat mir beim Lesen dann irgendwie doch das letzte Tüpfelchen auf dem i gefehlt, weil die Geschichte selbst völlig unrealistisch und eigentlich unmöglich ist, aber auf eine Art erzählt wird, die den Eindruck vermittelt, sie wäre realistisch. Auch meine Kinder haben beim Lesen sofort gesagt: »Das geht ja gar nicht.«, »Das würd ja niemals funktionieren!« Und das fand ich ein bisschen schade. Ich habe prinzipiell überhaupt nichts gegen fantasievolle Geschichten, aber wenn sie realistisch dargestellt und erzählt werden, finde ich das zumindest in einem Kinderbuch unpassend. Außerdem hat es beim Lesen von der eigentlichen Geschichte abgelenkt, weil wir eben darüber diskutiert haben, warum das alles nicht möglich ist und was da alles falsch dargestellt wird.