Powerless-Vibes, aber mit eigener Note. Düster, spannend & emotional ¿¿
Ich muss ehrlich sagen, dass ich etwas gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzukommen. Und das, obwohl es von Anfang an spannend war. Weder der Schreibstil noch die Grundidee waren das Problem - beides ist wirklich packend und atmosphärisch erzählt. Trotzdem hat es bei mir gedauert, bis ich emotional komplett drin war. Erst ab etwa der Mitte des Buches hat es mich richtig gepackt, und ab da wollte ich es kaum noch aus der Hand legen.Was ich während des Lesens sehr stark gespürt habe, waren für mich extreme Powerless-Vibes. Vor allem die Wüstenatmosphäre, die Konstellation aus zwei Halbbrüdern beziehungsweise Prinzen und einer magielosen oder zumindest magieschwachen Protagonistin, die in einen gefährlichen Wettkampf hineingezogen wird, haben mich sehr daran erinnert. Auch die Dynamik rund um den Bruder, der eher mit Dunkelheit und Tod assoziiert wird - wobei sich im Laufe der Geschichte noch einiges aufdeckt - hat dieses Gefühl verstärkt. Natürlich erzählt dieses Buch seine eigene Geschichte und geht in eine andere Richtung, aber vom Grundkonzept her fühlte es sich stellenweise sehr ähnlich an.Besonders stark wurde die Geschichte für mich in der zweiten Hälfte. Die Figuren gewinnen deutlich an Tiefe, die Beziehungen werden komplexer und emotionaler, und auch die ernsten Momente treffen härter. Es gibt wirklich traurige Szenen und spürbare Verluste, die der Geschichte Gewicht verleihen und zeigen, dass Entscheidungen Konsequenzen haben. Und dann dieses Ende - ein fieser Cliffhanger, der einen direkt mit tausend Fragen zurücklässt.Insgesamt hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Der Einstieg war für mich etwas langsamer, aber je weiter ich gelesen habe, desto runder und intensiver wurde alles. Jetzt bin ich auf jeden Fall extrem gespannt, wie es in den nächsten Bänden weitergeht.