Darkly - nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich erzählt eine Geschichte, deren Grundstory mich positiv überrascht hat.
In dem Buch begleiten wir die 17-Jährige Dia, die trotz ihres Alters jedoch sehr erwachsen und klug wirkt. Darkly ist in diesem Buch eine Art Spielherausgeber, allerdings sind diese Spiele besonderer Natur und teils sehr rare. Dieses Storyelemente hat mich auf jeden Fall sehr fasziniert. Ich muss zugeben, dass ich bei manchen Spielbeschreibungen nicht ganz folgen konnte, aber den Grundgedanken und die dazugehörige Idee ist für neuartig und wurde interessant eingebunden.
Ich möchte nicht zu viel vom Inhalt verraten, deshalb halte ich mich zur weitern Geschichte bedeckt - nur soviel: irgendwie war das Lesen ein anderes Leseerleben als ich es sonst habe. Zwischen den Kapitel finden sich immer mal wieder sonderbare Zugabe (z. B. Briefe, Zeitungsartikel etc.). Die führt dazu, dass man neben der Geschichte auch diese Zugabe versucht einzuordnen und zu entschlüsseln, was ich selbst sehr cool fand, allerdings manchmal auch gar nicht wusste, wie ich etwas einzuordnen habe, weil sich der Hintergrund bspw. erst viele Kapitel später abzeichnete. Dia war ein sympathischer Charakter, viele andere Charaktere blieben mir aber deutlich zu oberflächlich oder gar farblos und auch das Miteinander zwischen den Praktikanten habe ich mir (erst recht in Anbetracht ihrer Situation) irgendwie anders vorgestellt.
Ich glaube, dass die Autorin hier eine sehr coole und außergewöhnliche Idee hatte, die jedoch im Schreibprozess manchmal nicht so ins geschriebene Wort überführt werden konnte. Es gab einige Szenen, die ich in ihren Abläufen und Möglichkeiten nicht recht verstand oder die wiederum zu Beginn sehr komplex beschrieben wurden ohne, dass es so kompliziert hätte sein müssen, z. B. die Fabriketage. Das Buch hatte ein gutes Spannungslevel und man tappte aus meiner Sicht lang im Dunklen, was genau passiert (ist). Gleichzeitig habe ich fast das Gefühl, dass das Buch gut noch mehr Raum hätte haben können, um einzelne Handlungsstränge tatsächlich besser auszuformulieren. Hier wurde Potenzial verschenkt Etwas kritisch und unbefriedigend sehe ich diesem Zusammenhang auch den Showdown und das Ende. Für mich blieben Antworten auf Fragen und vor allem klärende Gespräche aus. Gerade die letzte Szene lässt einen unfertigen Eindruck vom Buch zurück, und dabei ist meines Wissens keine Fortsetzung geplant; dennoch haben einige Formulierungen im Buch die Tür für einen Folgeband bereits leicht geöffnet.
Alles in allem kann ich sagen, dass mich das Buch auf jeden Fall fasziniert hat und es anders war, als Bücher, die ich bisher gelesen habe - das ich für mich ein großer Pluspunkt für dieses Buch. Der Schreibstil war leicht und angenehm, die Kapitel kurz und die Zusätze spannend. Die Grundidee war spannend und cool, jedoch in der Umsetzung mit einigen Mangeln und einem Ende, das zu flach kommt.