Brezn, Semmel, Stangen. Ist das Sortiment von Laugengebäck so groß, dass sich damit ein ganzes Buch füllen lässt? Ja und nein. Laugengebäck hat es in sich und bedarf auch Infos und Vorbereitung. Und diese liefert das Buch auf eine sehr interessante Weise, die viele Anfängerfehler bereits von vornherein ausmerzt und einen verstehen lässt was man tut, was bei Lauge auch durchaus anzuraten ist. Doch man lernt auch, wie sich der Teig verhält und was Laugenteig so besonders macht.
Nach einem sehr ausführlichen, aber informativen Teil erwarten den Leser und Hobbybäcker dann die erhofften Rezepte. Es werden in verschiedene Teigvarianten gezeigt, die von bayrisch über schwäbisch (ja, da gibt es einen Unterschied) bis zu vegan, Vollkorn und speziellem Dinkelrezept reichen und auch Lutz Geißlers Lieblingsrezept beinhalten. Jedes dieser Teigrezepte wird zudem in verschiedenen Ausführungen präsentiert. Eine direkte, schnelle und eine mit lange Führung, sowie anderer Sonderformen (Sauerteig). Man ist dadurch wahnsinnig flexibel und kann die danach folgenden Formbeispiele tatsächlich ganz individuell umsetzen.
Mir wurde erst dank dieses Buchs bewusst, dass es Unterschiede in den Brezelarten gibt und dass Laugengebäck auch süß sein kann. Wir lieben Laugenware und hiermit hat sich wirklich eine neue Backwelt für mich aufgetan, die mir einerseits die Angst nahm mich an Lauge heranzuwagen und gleichzeitig mich an die Hand nahm, alles Nötige und noch viel mehr dazu beibrachte und mir dadurch und durch die enthaltenen Rezepte ungeheuer viel Spielraum gab. Jetzt bin ich hoch motiviert und beseelt davon so vieles wie möglich aus diesem Buch auszuprobieren.