Schon wieder Trockenfutter?!
Wenn deine Katze dich für einen völlig unfähigen Angestellten hält
Wer Katzen liebt, wird sich in diesem wunderbar gezeichneten Comic von Lucy Knisley vermutlich ziemlich schnell wiedererkennen.
Im Mittelpunkt steht Linney, eine verwöhnte Hauskatze, die uns sehr genau erklärt, wie der Alltag mit ihren Menschen eigentlich abzulaufen hat. Und sagen wir es so, die Angestellten machen wirklich einiges falsch.
Zum Beispiel schlafen sie morgens einfach viel zu lange(bis 4 Uhr). Linney ist kurz vor dem Hungertod und muss dringend dafür sorgen, dass sich endlich jemand aus dem Bett bewegt.
Das kenne ich nur zu gut, der tägliche Wecker lässt grüßen!
Auch das Katzenfutter gibt Anlass zur Beschwerde.
Warum schmeckt das Lieblingsfutter plötzlich (also heute! gestern wars noch lecker) nicht mehr?
Und warum verstehen die Menschen eigentlich nie sofort, was Sache ist?
Dazu kommen die furchtbaren Tierarztbesuche, unerhörte menschliche Ideen (Besucher in Linneys Reich) und natürlich jede Menge alltäglicher Katzenwahnsinn.
Ich habe beim Lesen so oft gedacht-ja, genau so ist es.
Ich habe selbst zwei 6-kg-Bio-Wärmflaschen zu Hause und ich bin ziemlich sicher, dass beide Linneys Erzählungen vollständig bestätigen würden.
Besonders herrlich ist natürlich das morgendliche Hineintreten in Katzengras-Erbrochenes, das Würgen, bei dem man innerhalb von Sekunden hellwach ist.
Katzenmomente, in denen der Dosenöffner gefälligst sofort Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten zu schenken hat.
Und wenn die hoheitlichen Herrschaften schließlich genug von ihren Menschen haben, darf sich der Dosenöffner auch wieder entfernen.
Das alles macht diesen Katzen-Comic so liebenswert. Hinter all dem Humor steckt diese ganz besondere Beziehung zwischen Mensch und Katze. Dieses bedingungslose Lieben, das Reden mit ihnen, obwohl sie natürlich kein Wort verstehen oder vielleicht doch jedes einzelne.
Ich erzähle meinen beiden Lieblingen gefühlt hundertmal am Tag, wie sehr ich sie liebe. Und wenn einer von ihnen krank ist, tut es einfach in der Seele weh. Vielleicht hat mich Linneys Geschichte deshalb auch so berührt.
Ein zauberhafter Comic für Katzenmenschen und alle, die schon lange wissen, wer bei ihnen zu Hause wirklich das Sagen hat.
Und jetzt mal ehrlich: Wer ist bei euch zu Hause der Chef, ihr oder eure Katze(n)?