Ivona lebt bei ihrem Vater in ihrer Heimatstadt Zadar an der kroatischen Küste. Sie hat studiert, doch ihr Studium beinhaltete leider keine Garantie für eine adäquate Arbeitsstelle; deshalb jobbt sie in einem Schreibwarenladen. Sie pflegt ihre Freundschaft mit Vlaho und Marina, auch wenn sie immer noch verliebt ist in Vlaho, mit dem sie zehn Jahre verheiratet war. Eigentlich wollte ihr Vater ein Grundstück in ein Hotelanwesen umwandeln, doch das Geld reichte nicht ganz, und nun droht ein Inkassobüro alles an sich zu reißen. Eine Veränderung steht an, doch Ivona weiß nicht, wie sie es allen recht machen soll.
Die Geschichte beginnt eher beliebig, der Einstieg fiel mir nicht so leicht, denn es gelang mir schwer, Zugang zu Ivona zu bekommen. Erst nach und nach, wenn sie die Hintergrundgeschichte erzählt, habe ich erkannt, was sie wirklich umtreibt. Es ist die Geschichte einer Frau, die es allen recht machen will und dabei sich selbst verloren hat. Hier werden sich viele Frauen wieder erkennen, auch wenn ihre eigenen Probleme nicht dieselben sind wie die Protagonistin. Ivona wirkt dabei sehr authentisch, man meint gerade, man würde ihr über den Weg laufen, wenn man durch Zadar spazieren würde. Auch das Land selbst, die Gegend finden ihren Niederschlag in der Geschichte, ist doch Ivona ein Kind ihrer Zeit. Man fiebert mit ihr, wie ihre Entscheidung fallen wird... und überlegt sicher auch selbst, wohin frau in ihrer Situation driften würde.
Diese Geschichte über alte Gefühle und den Mut zu einem Neubeginn braucht anfangs etwas Zeit, doch dann kommt sie mit reichlich Wucht daher. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.