Greta, die heute auf die 90 zugeht, war in ihrem Leben 5 mal verheiratet. Zu ihrer Zeit war das ein Skandal und selbst ihre Tochter Marie nennt sie verächtlich " die Bienenkönigin". Sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter vor Jahren abgebrochen. Alles Fotos sind aus ihrem Haushalt verschwunden und man spricht in ihrem Haus nicht mehr über diese Person.Dieses Zerwürfnis ist natürlich auch belastend für die nächste Generation. Jolante (Lola), Marie's Tochter weiß nichts über ihre Großmutter und als sie nun selbst Mutter eines Mädchens wird, wagt sie mit ihrem Mann die Ungeheuerlichkeit und nennt das Baby Greta.Auf die Geburtsanzeige in der Zeitung meldet sich Großmutter Greta, und plötzlich hat Lola die Möglichkeit deren Perspektive zum Mutter-Tochter Konflikt zu erfahren.Die Autorin Judith Reusch schreibt flüssig und emotional.Greta erzählt ihrer Enkelin nach und nach chronologisch ihre oftmals tragische Lebensgeschichte. Schon mit Anfang 20 ist sie das erste Mal verwitwet. Es fließt viel schwäbischer Lokalkolorit mit ein und man darf mit Greta zurückreisen in die 50er, 60er und 70erJahre. Für ihre Zeit ist Greta eine sehr starke und selbstbewusste Frau. Marie's Empfindungen als Kind und junge Frau konnte ich in Teilen schon nachvollziehen, aber es ist schade, dass sie auch später nie das Gespräch mit Greta gesucht hat.Ich mochte das Buch ganz gerne. Allerdings sagte mir eine der Hörbuchsprecherinnen nicht so zu, und das hat das Hörvergnügen etwas geschmälert. Daher empfehle ich das Buch eher selbst zu lesen als zu hören.