Frostblüten von Holly-Jane Rahlens
Buch 1 von 1, ab 13 Jahren
Ich vergebe: 5*****
Ein Roman einer Freundschaft, über Grenzen und Vorurteile hinweg. Zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch viele Gemeinsamkeiten haben.
Ein tiefgründiger Roman, der unter die Haut geht und noch lange nachhallt.
Ich habe das Buch zu lesen begonnen, und konnte es nicht mehr weglegen. Es kam mir so vor, als würde ich direkt dabei sein und den Mädchen zusehen, wie sie ihre Geschichten erzählen. In die Charaktere konnte ich mich sehr gut hineinfühlen. Dazu hat sicherlich der flüssige Schreibstil beigetragen, und dass der Roman abwechselnd aus der Sicht von Lotte und Estera erzählt wurde.
Trotz des ernsten Themas hatte ich sehr angenehme Lesestunden.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das Buch als Schullektüre gelesen wird. Dabei ist der Roman aber nicht nur für Jugendliche geeignet, sondern für alle Altersgruppen.
Die Hoffnungen und Wünsche der beiden Mädchen sind sehr gut greifbar und man fiebert regelrecht mit den beiden mit. Man lernt beide nach und nach besser kennen. Welche Verluste sie während des Kriegs erlitten haben und welche Pläne sie haben. Und auch wenn sie aus unterschiedlichen Welten kommen, entdecken sie doch kleine Gemeinsamkeiten.
Zum Schluss von der Geschichte hätte ich gerne noch einen kleinen Epilog gehabt. Dennoch ist der Roman sehr schön, gefühlvoll und emotional, und bekommt von mir von Herzen eine Leseempfehlung. Vor allem auch, da es einige Bücher über die Kriegs- und Nachkriegszeit gibt. Aber sehr wenige aus der Sicht von sechzehnjährigen Mädchen.
Um was geht es:
Der Roman handelt von zwei Mädchen zur Nachkriegszeit in Berlin. Estera, ein jüdisches Mädchen, die ihre Familie verloren hat, lebt in einem DP-Lager in Berlin. Dort trifft sie auf Lotte, ein deutsches Mädchen, die auch viel verloren hat, und für die Alliierten im DP-Lager putzt.
Zu Anfangs ist eine große Distanziertheit, vor allem von Estera aus, da. Nach und nach entwickelt sich sehr langsam eine Freundschaft zwischen den beiden. Vor allem, nachdem sie merken, dass sie sich gegenseitig helfen können. Doch die Freundschaft ist sehr fragil. Kann sie trotz aller Umstände dennoch bestehen?
Frostblüten, sagt Lotte. So würde ich sie nennen. Weil sie so viel aushalten."
Dann treffen wir uns ja vielleicht in unseren Zukünften wieder, sagt sie. Vielleicht, sage ich. Lotte nickt. Und dann nicke ich.