Wilderer vereiteln einem stinkreichen Großwildjäger mit dem nur anfangs lächerlich wirkenden Namen Hunter White die Jagd auf ein Spitzmaulnashorn. Nachdem er um seine Beute gebracht wurde, macht ihm sein Freund Van Heeren, der Großgrundbesitzer, der Hunter die Jagdlizenz für das Nashorn vermittelt hat, ein Jagdangebot der anderen Art - und aus den Big Five werden die Big Six. Hunter muss einsehen, dass seine Rechtfertigungen über Artenschutz, Entwicklungszusammenarbeit und die Ehre der Jagd nur dazu dienten, in alldem die Fassade der Menschlichkeit aufrechtzuerhalten. Eine Fassade, die zu bröckeln beginnt, als Van Heeren ihm anbietet, Jagd auf den Massai-Jungen!Nquate zu machen. Denn letztendlich geht es Hunter nur darum: Sich selbst zu beweisen, dass er stärker und raffinierter als seine Beute ist. Gaea Schoeters legt inmitten von bildgewaltigen Beschreibungen der afrikanischen Savanne den Finger auf die Wunden, die Kolonialismus, White Privilege und Ignoranz hinterlassen haben und hört nicht auf, darin zu wühlen. Ein erschreckender, aufrüttelnder und trotz (oder wegen) aller Brutalität ein sehr menschlicher Roman.