Lebendig, informativ, kritisch - lesenswert
Egon Erwin Kisch, der aus Prag stammende Schriftsteller und Journalist, beweist in seinen kurzen Erzählungen über seine Zeit in Berlin einen scharfen Blick und einen bewundernswerten Verstand. Diese Stücke sind vor über einhundert Jahren entstanden, bleiben in ihrer Originalität auch heute noch wunderbar lesbar. Man taucht ein in eine längst vergangene Welt, wird gefangen genommen von dieser bildhaften Sprachvirtuosität, die sich unglaublich lebendig präsentiert und den Zeitgeist gekonnt abbildet.Im Schmelztiegel der Weimarer Republik, der Ausgelassenheit und Lebensfreude, des sich Ausprobieren und unbändiger Feierlaune zeichnet der Autor das Bild einer Stadt und ihrer Menschen, das auch von Armut, den großen Herausforderungen des Alltags berichtet. Eine bunte Mischung von dreißig kurzweiligen, mal nachdenklich stimmenden und immer interessanten Geschichten hat der BeBra Verlag in 'Berliner Bohème' zusammengestellt und mit einem gelungenen Nachwort von Gabi Wuttke über das Leben von Egon Erwin Kisch komplettiert.