Ultramarin von Ann-Christin Kumm begleitet drei junge Erwachsene auf einen Urlaub nach Dänemark, wobei der Prolog bereits enthüllt, dass eine Person diese Reise nicht überleben wird. Im Zentrum steht ein Dreiergespann aus zwei sehr guten Freunden und einer Bekannten, die unerwartet mitkommt und kaum Beziehung zu den beiden anderen hat. Die Geschichte thematisiert eine extrem toxische und manipulative Dynamik, geprägt von Machtgefälle, Eifersucht, Unsicherheit und extremer emotionaler Abhängigkeit.
Alle Hauptfiguren waren mir dabei sehr unsympathisch, insbesondere Lou, welcher als Hauptperson kaum eigene Meinungen oder Gedanken zeigt und sehr passiv wirkt. Dies erschwert das Lesen, vermittelt aber wahrscheinlich sehr bewusst die Perspektive einer manipulierbaren Person. Den Schreibstil ansich habe ich als sehr stark empfunden, leider ist aber die wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, was mich irritiert hat und den Lesefluss etwas gestört hat. Gleichzeitig wirkte das wahscheinlich als Stilmittel, welches die Apathie und Teilnahmslosigkeit von Lou unterstreicht, da die Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird. Insgesamt ist Ultramarin eine intensive, wenn auch herausfordernde Lektüre über toxische Beziehungen und extreme Abhängigkeit.