Bei Büchern, wo der Autor oder Autorin nicht in einer Kurzbeschreibung dargestellt wird, sollte man mit dem Kauf des Buchs vorsichtig sein.
Der Titel Emilie du Chatelet Mathematikerin, Naturphilosophin und Gefährtin Voltaires lässt hoffen, eine Frau kennenzulernen, die Anfang des 18. Jahrhunderts einen Weg ging, der normalerweise für eine Frau der damaligen Zeit fast unmöglich war. Doch was lernen wir in erster Linie kennen? Sehr ausgiebige Beschreibungen vom höfischen Leben, Männerbeziehungen und Bettgeschichten. Wäre die Person, um die es geht, ein Mann, dann wäre dieser Tei des Buches stark eingeschränkt, möglicherweise keines Wortes wert zu erwähnen.
Die eigentliche Leistung von Émilie du Châtelet kommt im Buch zu kurz. Ihre mathematischen und naturphilosophischen Leistungen, ihre Übersetzungen werden nur oberflächlich beschrieben. Es wird erwähnt, dass sie Newtons Hauptwerk übersetzt, kommentiert und sogar korrigiert habe. Die Bedeutung der Kommentare und was sie korrigierte, wird nicht vertiefend dargestellt. Die Äußerungen (Kommentare und Korrekturen) über Newtons Hauptwerk findet man auch in anderen Biographien über Émilie du Châtelet. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Äußerungen gegenseitig übernommen wurden.
Zusammenfassend kann man sagen, wer sich für Männerbeziehungen etc. interessiert wird hier voll bedient. Jemand, der etwas über Émilie du Châtelets wissenschaftliche und naturphilosophische Leistungen erfahren will, soll dieses Buch ins Regal zurückstellen. Das Buch erfüllt diese Erwartungen nicht. Enttäuschend.