Leider zu flach und langatmig
Sight Unseen hat mich mit dem Klappentext schnell gecatcht: Eine Romantasy mit sehr interessantem Magiesystem, einer verfluchten Protagonistin und Murder-Mystery!Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen und konnte mich auch schnell neugierig auf den Verlauf machen. Leider flachte das entstandene Interesse jedoch schnell wieder ab und das Buch schaffte es auch nicht, dieses wieder zu entfachen.Der Botaniker-Fall, bei welchem es um einen magischen Serienmörder geht, welcher in direktem Zusammenhang mit den Hauptprotagonisten steht, verschwand schnell im Hintergrund. Der Fokus der Geschichte lag auf dem jungen Antaris, welcher nach dem brutalen Tod seiner Mutter zu seinem ihm bisher fremden Vater kommt und verstummt ist. Scheinbar als Einzige schafft es die durch einen Fluch zum Tode verdammte Veda eine innige Beziehung zu dem Kind aufzubauen.Im Laufe der Zeit entdecken wir, dass Antaris sich für Pflanzen interessiert, was er gerne isst, wovor er Angst hat und erleben, wie der Junge langsam Vertrauen zu seiner neuen Familie fasst. Zwischendurch passieren Morde in der magischen Gemeinde, welche ein paar Kapitel thematisiert werden, um dann wieder komplett aus dem Fokus zu rücken.Leider konnte die Story für mich so keine Spannung aufbauen und ich empfand die Geschichte als sehr langatmig und die sehr langen Passagen, in welchen wir Antaris, Veda und Hiram lediglich in ihrem neuen Alltag begleiten, als langweilig. Irgendwann wurde der Umgang mit dem Botaniker-Fall für mich persönlich richtiggehend frustrierend, weil zwar die Gefahr immer mal wieder betont, aber nie wirklich gehandelt wurde.Das Magiesystem hingegen war sehr interessant und hätte grosses Potenzial gehabt eine grossartige Fantasy-/Hexenwelt zu kreieren. Bis auf den kleinen Antaris konnten mich auch die Charaktere nicht wirklich erreichen. Veda wurde als selbstbestimmt isoliert und misstrauisch beschrieben, jedoch war von dieser Isolation von Anfang an gar Nichts zu merken. Sie ist in ihrem Umkreis gut integriert und wirkte auf mich schlicht unsympathisch und unfreundlich. Auch Hiram war für mich bis zum Schluss unnahbar, so dass ich mit keinem der Protas wirklich mitfühlen konnte. Daher packte mich auch die Liebesgeschichte leider nicht.Zusammengefasst fand ich die Idee sehr gut, wurde von der Umsetzung jedoch enttäuscht. Für mich gab es keinen klaren roten Faden im Buch und die anfänglich aufgebaute Spannung verlor sich leider schnell, ohne, dass sie sich wieder aufgebaut hätte. Der Krimi-Anteil war sehr gering, der Fokus liegt ganz klar auf der Dynamik zwischen Antaris, Veda und Hiram, wobei mich dieser Part der Geschichte aufgrund der für mich fehlenden Tiefe der Protagonisten leider nicht packen konnte.